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Die Spiritualität der École
francaise (Französische Schule) findet
ihren Ursprung im
Salon der Mme. Acarie, welcher zur Quelle der geistlichen Erneuerung
Frankreichs wurde. Sie ist somit also auf das 17. Jahrhundert
zurückzuführen.
Man kann die École francaise in drei Punkten zusammenfassen:
1.) Anbetung: Die Größe
Gottes
führt dem Menschen seine geschöpfliche Nichtigkeit vor Augen. Diese
Größe aber ist so überwältigend, dass der Mensch ihn in seiner
Erhabenheit nur noch mit Hingabe anbeten kann.
2.) Christologie: In
jedem Tun
Jesu und in jeder Etappe oder Zuständlichkeit seines Lebens liegt ein
Mysterium verborgen, welches einer inneren Haltung entspricht. Dieses
Mysterium gilt es zu erkennen, Jesus Christus in ihm anzubeten und es
in das eigene Leben umzusetzen. Diese Nachamung Jesu ist nichts anderes
als die Nachfolge Christi, welche in den Freuden und Leiden des Leben
zu einer Teilhabe wird. Z. B. die Menschwerdung. In ihr ist Christus
zum "Nichts" geworden, hat sich selbst entäußert. So soll auch der
Christ nach Entäußerung streben.
3.) Marienverehrung:
Maria ist
die Nachfolgerin Christ schlechthin. So wird sie als großes Vorbild
verehrt und um ihre Fürbitte und Hilfe angerufen. Sie war Mensch wie
wir, so dürfen auch wir auf ein Gelingen unserer Nachfolge hoffen.
Priester und Ordensleute haben für die École francaise eine besondere
Bedeutung. Sie sind quasi Mittler der Gnade. Dies ist zum einen durch
die Sakramentenspendung bedingt, zum anderen aber durch ihren
geistlichen
Beruf. In ihm sollen sie sich besonders dem Gebet widmen und nach
Heiligkeit streben. Diese "Vertikale" wird dann unwillkürlich wieder in
die Horizontale ausströmen und somit zur "Erbauung" der
Mitchristen/-menschen. Dies hebt ihn nicht über seine Mitmenschen
hinaus, doch hat er durch sein "Alltagsgeschäft" ganz andere
Möglichkeiten. Diese soll er zum Wohl dieser Nutzen und ihnen
geistliche Hilfestellung bieten. Generell soll aber jeder Christ danach
streben.
Die Gefahr dieser Spiritualität liegt in einer Überziehung der
Anbetung, welche dann letztendlich zu einer Trennung zwischen
"Sakristei und Welt" führen kann, was zu einem vernachlässigen der
Sendung in die Welt führen kann. Laien und Kleriker driften dann in
eine Zweiklassengesellschaft ab - Sünder in der Welt und Heilige
Weltflüchter.
Oftmals wird gesagt, dass die École francaise in den 1930er Jahren
zerbrochen und heute ausgestorben sei. Dies ist jedoch nicht der Fall.
Denn wenn wir uns die "neue" École francaise anschauen, ihr
bedeutenster Vertreterist der Sel. Charles de Foucault, so sehen wir
ihre Züge eindeutig. Nun aber von den Misswüchsen bereinigt.
Was heisst das für mich?
Wie aber finde ich mein Jesusbild? Nun, dass ist ganz einfach. Nicht
ich finde es, sondern ES findet mich. Da sind zunächst mehrere Bilder,
Haltungen die mich ansprechen. Sie beeindrucken mich und gehen mir
nicht aus dem Kopf. Sie sind einfach meine Lieblingsbilder. Dies ist
ganz natürlich, denn jeder Mensch bringt seine, von Gott gegebenen,
Fähigkeiten und Neigungen mit. In ihre Richtung werden auch die
Jesusbilder ausfallen. Mit der Zeit werden sie sich aber lichten. Eines
unter ihnen spricht mich ganz besonders an und zu ihm fühle ich mich
immer mehr hingezogen. Es ist nicht aus der Ferne, es ist etwas aus
meinem Lebensalltag. Jemand mit Vorliebe zur Einsamkeit, der wird Jesus
nicht als "Gesellschaftsmensch in Kana" für sich entdecken, sondern
eher den einsamen Jesus in der Wüste, den zurückgezogenen Jesus beim
Gebet oder gar auf dem Ölberg. Jemand der gerne reist und viel
unterwegs ist, der wird wohl eher den "Wanderprediger" in seinen
unterschiedlichen Ausfaltungen für sich sehen ... Vertrauen Sie darauf
und versuchen sie es! Halten Sie sich das Leben Jesu vor Augen und
lassen Sie sich ansprechen. Sie werden erkennen: es gibt keine Trennung
von Kirche und Welt. Sie werden vielmehr eine Aussendung erfahren.
Gleichzeitig wird das Bild Sie in ihrem Alltag stärken. Hier sollte man
nun wohl eher von der Haltung Jesu in dem Bild sprechen. Denn Sie
werden erfahren, dass Sie immer weiter in dieses Bild der Haltung Jesu
eindringen werden und die Haltung Jesu immer mehr zu ihrer eigenen
Haltung wird.
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