École francaise
www . damian    hungs . de







Die Spiritualität der École francaise (Französische Schule) findet ihren Ursprung im Salon der Mme. Acarie, welcher zur Quelle der geistlichen Erneuerung Frankreichs wurde. Sie ist somit also auf das 17. Jahrhundert zurückzuführen.

Man kann die École francaise in drei Punkten zusammenfassen:

1.) Anbetung: Die Größe Gottes führt dem Menschen seine geschöpfliche Nichtigkeit vor Augen. Diese Größe aber ist so überwältigend, dass der Mensch ihn in seiner Erhabenheit nur noch mit Hingabe anbeten kann.

2.) Christologie: In jedem Tun Jesu und in jeder Etappe oder Zuständlichkeit seines Lebens liegt ein Mysterium verborgen, welches einer inneren Haltung entspricht. Dieses Mysterium gilt es zu erkennen, Jesus Christus in ihm anzubeten und es in das eigene Leben umzusetzen. Diese Nachamung Jesu ist nichts anderes als die Nachfolge Christi, welche in den Freuden und Leiden des Leben zu einer Teilhabe wird. Z. B. die Menschwerdung. In ihr ist Christus zum "Nichts" geworden, hat sich selbst entäußert. So soll auch der Christ nach Entäußerung streben.

3.) Marienverehrung: Maria ist die Nachfolgerin Christ schlechthin. So wird sie als großes Vorbild verehrt und um ihre Fürbitte und Hilfe angerufen. Sie war Mensch wie wir, so dürfen auch wir auf ein Gelingen unserer Nachfolge hoffen.

Priester und Ordensleute haben für die École francaise eine besondere Bedeutung. Sie sind quasi Mittler der Gnade. Dies ist zum einen durch die Sakramentenspendung bedingt, zum anderen aber durch ihren geistlichen Beruf. In ihm sollen sie sich besonders dem Gebet widmen und nach Heiligkeit streben. Diese "Vertikale" wird dann unwillkürlich wieder in die Horizontale ausströmen und somit zur "Erbauung" der Mitchristen/-menschen. Dies hebt ihn nicht über seine Mitmenschen hinaus, doch hat er durch sein "Alltagsgeschäft" ganz andere Möglichkeiten. Diese soll er zum Wohl dieser Nutzen und ihnen geistliche Hilfestellung bieten. Generell soll aber jeder Christ danach streben.

Die Gefahr dieser Spiritualität liegt in einer Überziehung der Anbetung, welche dann letztendlich zu einer Trennung zwischen "Sakristei und Welt" führen kann, was zu einem vernachlässigen der Sendung in die Welt führen kann. Laien und Kleriker driften dann in eine Zweiklassengesellschaft ab - Sünder in der Welt und Heilige Weltflüchter.

Oftmals wird gesagt, dass die École francaise in den 1930er Jahren zerbrochen und heute ausgestorben sei. Dies ist jedoch nicht der Fall. Denn wenn wir uns die "neue" École francaise anschauen, ihr bedeutenster Vertreterist der Sel. Charles de Foucault, so sehen wir ihre Züge eindeutig. Nun aber von den Misswüchsen bereinigt.

Was heisst das für mich?
Wie aber finde ich mein Jesusbild? Nun, dass ist ganz einfach. Nicht ich finde es, sondern ES findet mich. Da sind zunächst mehrere Bilder, Haltungen die mich ansprechen. Sie beeindrucken mich und gehen mir nicht aus dem Kopf. Sie sind einfach meine Lieblingsbilder. Dies ist ganz natürlich, denn jeder Mensch bringt seine, von Gott gegebenen, Fähigkeiten und Neigungen mit. In ihre Richtung werden auch die Jesusbilder ausfallen. Mit der Zeit werden sie sich aber lichten. Eines unter ihnen spricht mich ganz besonders an und zu ihm fühle ich mich immer mehr hingezogen. Es ist nicht aus der Ferne, es ist etwas aus meinem Lebensalltag. Jemand mit Vorliebe zur Einsamkeit, der wird Jesus nicht als "Gesellschaftsmensch in Kana" für sich entdecken, sondern eher den einsamen Jesus in der Wüste, den zurückgezogenen Jesus beim Gebet oder gar auf dem Ölberg. Jemand der gerne reist und viel unterwegs ist, der wird wohl eher den "Wanderprediger" in seinen unterschiedlichen Ausfaltungen für sich sehen ... Vertrauen Sie darauf und versuchen sie es! Halten Sie sich das Leben Jesu vor Augen und lassen Sie sich ansprechen. Sie werden erkennen: es gibt keine Trennung von Kirche und Welt. Sie werden vielmehr eine Aussendung erfahren. Gleichzeitig wird das Bild Sie in ihrem Alltag stärken. Hier sollte man nun wohl eher von der Haltung Jesu in dem Bild sprechen. Denn Sie werden erfahren, dass Sie immer weiter in dieses Bild der Haltung Jesu eindringen werden und die Haltung Jesu immer mehr zu ihrer eigenen Haltung wird.