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Papst Benedikt XV.







Giacomo Giovanni Marchese della Chiesa entstammte einem altem märkischen Markgrafengeschlecht und wurde am 21. November 1854, morgens um 9.00 Uhr, in Pegli bei Genua geboren. Sein Vater war Giuseppe della Chiesa, seine Mutter Giuseppa Migliorati.

Nach einem Jurastudium wurde er 1875 zum Dr. jur. promoviert und studierte anschließend Theologie. Hierauf besuchte er ab 1878 die päpstliche Diplomatenakademie, wo er zum Dr. jur. can. promovierte. Am 21. Dezember 1878 zum Priester geweiht, ernannte ihn Papst Leo XIII. 1883 zum Sekretär des spanischen Nuntius, Kardinal Mariano de Rampolla di Tindaro. Seit 1887 Kabinettschef des Kardinalstaatssekretärs, wurde della Chiesa 1901 zum Unterstaatssekretär ernannt.

Nach dem Tode Papst Leos geriet er in einen Gegensatzzur Politik des neuen Papstes Pius X. und hielt an einer frankreichfreundlichen Politik fest. Dieser entfernte ihn aus der Kurie und schob ihn auf ein ehrenvolles Abstellgleis, indem er della Chiesa am 18. Dezember 1907 zum Erzbischof von Bologna ernannte und bereits am 22. Dezember des genannten Jahres zum Bischof weihte.

Obwohl Bologna ein traditioneller Kardinalssitz war, erhob ihn Pius X. erst am 25. Mai 1914 zum Kardinalpriester von Ss. Quattro Coronati. Doch bereits am 20. August 1914 verstarb Papst Pius und della Chiesa wurde am 3. September 1914 zum Papst gewählt. Er gab sich den Namen Benedikt und wurde bereits am 6. September liturgisch in sein Amt eingeführt.

Da er bereits zu Beginn des 1. Weltkrieges strikte Neutralität wahrte, konnte er bereits 1914 mit Großbritannien und schließlich 1921 mit Frankreich diplomatische Beziehungen aufnehmen. Seine diplomatische Note vom 1. September 1917, welche einen Plan zur Friedensschaffung beinhaltete, blieb jedoch ungehört.

Weitere Meilensteine seines Pontifikates waren die Veröffentlichung des ersten CIC als kirchliches Gestzbuch, im Jahre 1917, und die aus dem Jahre 1919 stammende Enzyklika Maximum illud, welche den Grund für die Heranbildung einer einheimischen Hierarchie in den Missionen bildete.

Papst Benedikt XV. verstarb am 22. Januar 1922 in Rom, an den Folgen einer Lungenentzündung.


ZEITGESCHICHTE
Durch seine neutralen Bemühungen, zwischen den europäischen Mächten zu vermitteln, erreichte der Papst eine Stärkung des politischen Ansehens des Heiligen Stuhls. Geprägt durch die Politik Leo XIII., führte er die Kurie wieder zu politischer Aktivität. Seine Proteste und Verhandlungen, etwa beim Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien, sowie seine Friedensappelle blieben jedoch ohne direkten Erfolg, waren sich doch alle Seiten ihres Sieges sicher. Da Papst Benedikt XV. wusste, wie groß die Widerstände gegen eine Einmischung des Papstes waren, wies er zunächst nur auf die Botschaft des amerikanischen Präsidenten Wilson zur Friedensvermittlung hin. Erst in seiner Friedensnote von 1917 legte er einen eigenen Plan vor, der aber von den kriegführenden Mächten nicht aufgegriffen wurde.

So konzentrierte er den Heiligen Stuhl als wichtigste humanitäre Institution neben dem Roten Kreuz auf eine Linderung der Kriegsauswirkungen. Letztlich wurde seine Haltung, die sich für keine Sonderinteressen einspannen ließ, als positive Grundlage von diplomatischen Beziehungen anerkannt und trug sicher dazu bei, dass unter Papst Pius XI. die Aussöhnung mit dem italiänischen Staat möglich wurde.

In der Konsequenz dieser Politik ist allerdings auch seine Verurteilung des Friedensdiktates vin Versailles zu sehen. Es zeugt von seiner politischen Weitsicht, dass er diesen Vertrag nicht als Grundlage einer europäischen Aussöhnung ansehen wollte.

Ende 1921 rückte sein soziales Engagement noch einmal deutlich ins Blickfeld, als er zur Linderung der Hungersnot in der Sowjetunion aufrief. Aus den Mitteln der Kurie überwies er eine Millionen Lire, doch blieb er mit dieser Initiative nahzu alleine.


KIRCHENPOLITIK
Wenn Benedikt XV. auch die Zentralisierungsbemühungen seines Vorgängers fortsetzte, so sorgte er doch für eine umgehende Beendigung des im Sodalitium Pianum organisierten Spitzelwesens der römischen Kurie und entließ deren Hauptkopf umgehend. In den Missionen förderte er den Aufbau einer einheimischen Hierarchie, wodurch er einer Benutzung der Kirche für den europäischen Kolonialismus entgegenwirken wollte.

Mit dem zu Pfingsten 1917 fertiggestellten und am 19. Mai 1918 in Kraft gesetzten CIC wurde ein entscheidendes Element kirchlicher Organisation und auch Zentralisation vollendet. Mit diesem im formalen Sinne modernen Gesetzbuch der Kirche war nämlich die gesetzgeberische Macht des Papstes festgeschrieben worden, deren Interpretation ausschließlich einer kurialen Kommission zukam.

1917 gründete Papst Benedikt XV. das Orientalische Institut in Rom, wie auch die Kardinalskongregation für die Orientalischen Kirchen. Bereits vorhandene und angestrebte Verbindungen zu den Ostkirchen sollten hiermit auf eine besondere Basis gestellt werden.

Am 30. November 1919 veröffentlichte er die Enzyklika "Maximum illud", welche den Katholiken die durch den Krieg vergessene Missionsarbeit wieder in Erinnerung rufen sollte und zugleich eine Leitlinie der zukünftigen Missionsarbeit sein sollte. Die Förderung des einheimischen Klerus und der Aufbau einer einheimischen Hierarchie, welche er hier ankündigte, wurden in den folgenden Pontifikaten umgesetzt.