www.damian        hungs.de


Edmund von Werth




Edmund von Werth, auch Edmundus ab Insula genannt, entstammte einem Rittergeschlecht, welches bei Vallendar ansässig war (1). Möglicherweise stammte er von der Insel Niederwerth, worauf auch sein Name hinweisen würde. Zudem wird sein Bruder Heinrich im nahen Leutesdorf 1262 als Pfarrer genannt . Aufgrund der räumlichen Nähe ist Edmund möglicherweise in die Kommende Koblenz eingetreten. Nicht ohne Interesse ist jedoch, dass Edmund als Ordenspriester in den Deutschen Orden eintrat, während zwei seiner Brüder vor ihm als Ordensritter eingetreten sind (2).

Erstmals begegnen wir Edmund ausdrücklich mit seiner Ernennung zum Bischof von Kurland, die am 5. März 1263 ausgesprochen wurde (3). Im Auftrag des Hochmeisters Anno von Sangershausen waren hierfür der Generalprokurator Johann von Capua, wie auch Wulfhard, der päpstlicher Kaplan und Pönitentiar war. Da das Bistum Kurland im Gebiet des Landmeisters von Livland lag, so ist auch von einer vorherigen Absprache zwischen dem Hochmeister und dem Landmeister auszugehen. Das Edmund in seiner Ernennungsurkunde als gelehrter und ehrbarer Mann bezeichnet wird (4) besagt an sich nichts und ist eine geläufige Personenumschreibung in diesen Urkunden.

In der päpstlichen Ernennungsurkunde beauftragt Urban IV. den Legaten Anselm, der zugleich Bischof von Ermland war, mit der Amtseinführung Edmunds und Bischofsweihe (5) in der kurländischen Kathedrale U.L.F. zu Memel (Klaipeda) (6). Wo sich Edmund vor seiner Bischofsernennung aufhielt ist unbekannt. Da er jedoch vorerst nicht in den Urkunden seines Bistums genannt wird, kann man seinen Aufenthalt außerhalb Livlands vermuten und die mangelnde Erwähnung mit seiner Reise erklären.

Doch war sein Aufenthalt im Gebiet seines Bistums, welches großteils noch erobert werden musste, nicht von langer Dauer. Schon 1265, oder kurz darauf, kehrte er ins Reich zurück, wohl auch aufgrund mangelnder Finanzen (9). Doch ist auch die Angabe von gegen ihn gerichtete Verschwörungen und Anschläge nicht von der Hand zu weisen, befand sich sein Bistum doch faktisch im Kriegszustand.

Bereits am 8. März 1267 im Erzbistum Trier belegt, wirkte er hier im Auftrag des Erzbischofs Heinrich, welcher in als Weihbischof in Dienst nahm. Doch wechselte er noch im selben Jahr ins Bistum Lüttich, von wo ihn 1268 Bischof Gerhard von Münster in sein Bistum berief. Dieser bedürfte vor allem deshalb eines Weihbischofs, da er sich in der Exkommunikation befand. Entsprechende Unannehmlichkeiten wird es Edmund gegeben haben, so dass er sich nach dem 9. September 1268 in den friesischen Teil des Bistums Utrecht absetzte, wo er noch im genannten Jahr als Kreuzzugsprediger und Weihbischof  in Aktion trat (11).

Zeit seines Lebens scheint Edmund ein recht aktiver Mensch gewesen zu sein, was seine zahlreichen Reisen nahelegen:
1272 Iburg; 1273 Diest; 1274 Trier; 1275 Marienrode (Grafschaft Bentheim); 1276 Kloster Himmelpforten, Brilon und im Bistum Lüttich; 1277 Boneffe und Soest; 1279 Köln; 1280 Boppart und Villers; 1281 Roermond; 1282 Tongern; 1283 Bremen und Andernach; 1286 Tongern; 1287 Munsterbilzen, Villers und Muffendorf (bei Bonn); 1289 Val-Saint-Lambert; 1290-1291 Livland; 1292 Averbode und Burtscheid (12). Sich vor allem im Rhein-Maas-Gebiet bewegend, waren ihm die verschiedenen Kommenden des Ordens, wie auch Kontakte über seine Familie, sicherlich von Nutzen.

Da Edmund auf keine Einnahmen aus seinem Bistum hoffen konnte und seine Tätigkeit als "Hilfsbischof" kein festes Einkommen bot, muss sein Leben nach seiner Rückkehr ins Reich recht bescheiden gewesen sein. Hierzu kamen noch die Reisekosten und der Unterhalt seines Gefolges. Eine gewisse Unterstützung erhielt er wohl durch verschiedene Klöster der Prämonstratenser, deren Gastfreundschaft er wohl häufig beanspruchte. Dieser Zustand war auf die Dauer für den Orden nicht zu tragen, da die Mittellosigkeit eines Ordenspriesters, der zudem Bischof war, seinem Ruf schadete. Auch wird das Anbandeln mit den Prämonstratensern nicht auf besondere Liebe gestoßen sein. So wurde ihm 1272, auf Beschluß des Generalkapitels, ein Haus in Andernach übertragen, zu welchem auch verschiedene Zinsen und Weingüter gehörten. Alles in allem ein beachtlicher Besitz. Möglicherweise haben ihm familiäre Beziehungen hierbei geholfen. Denn sowohl die Pfarrei seines Bruders, wie auch der Stammsitz seiner Familie, lagen in unmittelbarer Nähe.

Nachdem Litauen 1283 endgültig in der Hand des Deutschen Ordens war, kehrte Edmund noch einmal in sein Bistum zurück. Nun musste er die Belange seiner Diözese ordnen, wozu er wohl gegen Ende des Jahres 1289 aufbrach. Bereits im Januar 1290 errichtete er ein Domkapitel, bestehend aus sechs Kanonikern. Mehr gaben die Finanzen des Bistums Kurland nicht her. Zugleich musste die Gebietsaufteilung zwischen dem Deutschen Orden, dem Bistum und dem Domkapitel vorgenommen werden. Am 9. Mai 1290 übergab er in einer Urkunde dem Orden verschiedene Ländereien seines Bistums, deren Zinsen ihm in den Zeiten seiner Abwesenheit ausgezahlt werden sollten. Offensichtlich war für ihn bereits jetzt klar, dass er ins Reich zurückkehrte, denn damit löste er sein Finanzproblem. Das er sein Bistum bald wieder verlassen wollte ist verständlich. Bedenkt man, dass er bei seiner Bischofsernennung wenigstens 30 Jahre alt gewesen sein muss, so bewegte sich sein Alter nun um die 60 herum. Für damalige Verhältnisse ein alter Mann. Zu alt für den Aufbau einer Diözese (15).

Bereits am 14. Dezember 1292 verstarb Edmund von Werth, vermutlich in Lüttich, wo er wohl einen Weiheauftrag in der Kathedrale hatte. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Kommendenkirche der Landkommende Aldenbiesen, wo ihn seine Grabplatte als Fromm, sehr Weise, Ehrwürdig, guter Gestalt, stets nach der Ordensregel lebend und Mildtätig preist (16).




1 Wilhelm Kohl, Germania Sacra. Band 37,4 (Bistum Münster. Die Diözese), S. 6
2 Udo Arnold, Edmund von Werth, priester van de Duitse Orde en bisshop van Körland., in: Leden van de Duitse Orde in de Balije Biesen., Bilzen 1994, S. 190
3 Kohl, S. 6
4 Arnold,  S. 192
5 Arnold, S. 196
6 Arnold, S. 194
9 Arnold, S. 196-197
11 Kohl, S. 6-7
12 Arnold, S. 197-198
15 Arnold, S. 200-204
16 Arnold, S. 207