K o m m e n d e B o z e n
I Zuordnung
- Ballei: Ballei an der Etsch und im Gebirge
- Bistum: Bistum Brixen
- Land: Fürstbistum Brixen
II Geschichte
Am 9. April 1202 übertrug der Bischof von Trient,
der auch weiterhin als Vogt fungierte, das Hospital und die Kirche, beide dem
heiligen Johannes dem Täufer geweiht, dem Deutschen Orden. Schon bald folgten
weitere Schenkungen, vor allem die Pfarrkirchen Ritten, Wangen, Sarnthein,
Sterzing, Mareit, St. Leonhard i. P., Schlanders und Lana, deren Besetzung dem
Komtur des Hauses Oblag. Von besonderer Bedeutung waren die Schenkungen der
Hospitäler zu Lengmoos (1234) und Sterzing (1235), die vorerst durch Komtur und
Spittler von Bozen verwaltet wurden. Diesen gelang in der zweiten Hälfte des
13. Jahrhunderts eine Loslösung von Bozen, dessen Komtur 1269 den Titel eines
Landkomturs angenommen hatte. Gegen ein Darlehn von 2.000 Gulden übernahm der
Landkomtur 1469 die Burgen Reifenstein und Welfenstein, welche unweit von der
Kommende Sterzing gelegen waren. Anstatt einer Darlehnsrückzahlung vereinbarte
der Landkomtur jedoch mit dem Herzog von Österreich-Tirol eine endgültige
Überlassung der Burgen, welche dann auch bis 1809 in ihrem Besitz blieben. Seit
1534 besaß der Landkomtur zudem Sitz und Stimme auf dem Tiroler Landtag. Hierzu
konnte er im Jahre 1609 noch eine Erhebung des Gutes Siebeneich zum adligen
Ansitz durchsetzen, dem ein entsprechender Umbau folgte.