K o m m e n d e   D o n a u w ö r t h



I     Zuordnung

II     Geschichte

Die Bürger von Donauwörth hatten am Brückenkopf ihrer Donaubrücke, die ei zentraler Verkehrskoten war, eine Kapelle errichtet. Möglicherweise gehörte zu dieser Kapelle, die Kaiser Friedrich II. 1214 dem Deutschen Orden schenkte, bereits ein Spital, denn bereits 1233 gab es eine Stiftung, welche die Pfründe des Spitalpriesters aufbessern sollte. Graf Berthold von Graisbach stiftete dem Mariealtar der Kommende, die zur Ballei Franken gehörte, 1286 seine Besitzungen in Ober- und Unterthürheim, auch konnte die Kommende 1292 Besitz in Obernried erwerben. Nachdem wir bereits 1281 einen Kommendenkonvent, bestehend aus dem Komtur mit je zwei Ritter- und Priesterbrüdern, vorfinden, siedelte 1332 Heinrich von Zipplingen mit zehn Ordensbrüdern von Lauterbach nach Donauwörth über. Möglicherweise wurde die Kommende Lauterbach der Kommende Donauwörth unterstellt und der Hauptsitz dann endgültig nach Donauwörth verlegt. Denn bereits 1302 erfolgte die Schenkung eines Hofes zu Lauterbach, wo die Besitzungen des Ordens bereits im frühen 14. Jahrhundert von Donauwörth aus mitverwaltet wurden. Und auch das Dorfgericht wurde 1325 von König Ludwig an die Kommende Donauwörth übergeben, gemeinsam mit der Dorfvogtei. In den frühen 1330er Jahren muss die Kommende in einer schwachen Finanzlage gewesen sein, da sie ihre Besitzungen in Reimlingen an die Kommende Ellingen verkaufte. Doch konnte sie sich dann rasch wieder erholen. Kaufte sie doch 1339 nicht nur ihre Güter in Reimlingen, welche die Kommende Ellingen nur unter Widerstand herausgab, zurück, sondern auch bei Nordhausen, wo die Kommende seit 1332 den Kirchenzehnt besaß. Der Bischof von Augsburg verlieh der Kommende im Februar 1340 alle Zehnten aus den Neugereuten der Pfarrei Nordhausen, mit welchen der Gottesdienst in der Kommende gemehrt werden sollte. Im gleichen Monat erwarb der Komtur dann von der Kommende Ellingen den Hof Ellrichsbronn und den daran hängenden Kirchensatz der Pfarrei Halsbach. Stiftungen hatten diesen Erwerb möglich gemacht und der Komtur bestimmte die aus Ellrichsbronn resultierenden Einnahmen dann auch zum Unterhalt von zehn Pfründen im Spital. Hierfür musste er dem Stadtrat jedoch ein Aufsichtsrecht einräumen. Auch eine Spitalserweiterung wurde nun notwendig. So erteilte Kaiser Ludwig im April 1342 die Erlaubnis zum Erwerb dreier Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite du dehnte die Steuerfreiheit der Kommende auch auf diese aus. Die wirtschaftlich gesunde Kommende konnte in dieser Zeit auch den Neubau ihrer Ordenskirche abschließen, deren drei Altäre am Georgstag 1343 durch Bischof Thomas von Kammin konsekriert wurden. Kaiser Karl IV. gewährte der Kommende und ihren Gütern, wie auch dem Spital, 1358 erneut die Steuerfreiheit und erlaubte dem Spital zudem auch die Entnahme des von ihr benötigten Brennholzes aus dem Reichswald. Auch der Graf von Oettingen hatte 1357 auf die Besteuerung der Kommende und der Spitalsinsassen verzichtet, wofür man jedoch eine einmalige Steuer zu entrichten hatte. Immer wieder wurde die Kommende durch ihre bedeutenderen Nachbarkommenden Mergentheim und Ellingen dominiert. So konnte sie faktisch erst 1456 in den Besitz der Pfarrei Halsbach gelangen, welche bis dahin von der Kommende Mergentheim okkupiert worden war. Auch nahmen seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert die Auseinandersetzungen mit dem Bischof von Augsburg zu, dem der Komtur dann 1393 den ersten Nutzen der Pfarreien Hiltenfingen, Reimlingen, Zipplingen und Zöschingen überlassen musste. Hierfür versprach der Bischof dem Komtur dann die unangetasteten Ordensrechte an den Pfarreien. Erst das Eingreifen von Papst Bonifaz IX. (1389-1404) wies weitere Forderungen des Bischofs in die Schranken. Nachdem die Kommende 1490 dem Schwäbischen Bund beigetreten war, wurde im Mai 1503 die Belegung des Spitals, dass zehn Betten für Pensionäre und fünf Betten für Ruhr- und Fieberkranke zählte, neu geordnet und das Belegungsrecht der Stadt auf drei Betten beschränkt. Zugleich verpflichtete sich die Stadt zur Lieferung von Bauholz. Als 1505 ein Gefangener der Stadt in die Kommende geflohen war, akzeptierte die Stadt zwar die Freiheit des Hauses, klagte jedoch vor König Maximilian I., der dann die Auslieferung der betreffenden Person an die Stadt anordnete.


III     Patronate

IV     Komture
Marquard (1281)
Bertram (1286)
Bertholdus (vor 1292)
Heinrich (1292-1294)
Hermann von Ellingen (1300-1308)
Herbort (1319/20)
Herbrand von Schmähingen (1331)
Heinrich von Zipplingen (1329-1346)
Heinrich von Rindsmaul (1347-1352)
Berthold von Streitberg (1371-1374)
Wiprecht Rüdt von Collenberg (1384)
Wolfram von Egloffstein (1392/93)
Friedrich von Liebsberg (1396)
Wilhelm von Rothenburg (1399)
Konrad Schlegel (1402-1407)
Johann von Gumppenberg (1419-1424)
Konrad von Seckendorff (1425-1435)
Ulrich von Lentersheim (1437-1439)
Wilhelm von Werdenau (1444-1450)
Werner von Neuhausen (1453)
Wilhelm von Werdenau (1456-1469)
Dietrich vom Stein zu Reichenstein (1470-1477)
Reinhard von Neipperg (1478)
Hans von Finsterlohe (1480-1484)
Berthold von Sachsenheim (1486-1503)
Hans Adelmann von Adelmannsfelden (1503/04)
Philipp von Helmstatt (1505-1526)
Anton von Düdelsheim (1566)
Philipp von Mauchenheim gen. Bechtolsheim (1576-1580)
Wilhelm von Bubenhofen (1588-1596)
Wilhelm von Bubenhofen (1596)
Adam von Klingelbach (1604)
Wilhelm von Bubenhofen (1607-1611)
Maximilian Xaver von Riedheim (1776-1787?)