K o m m e n d e M a r b u r g
I Zuordnung
- Ballei: Hessen
- Rang: Landkommende, Priorat
- Konfession: Katholisch, dann Lutherisch und Calvinistisch
-
Bistum: Erzbistum Mainz
- Land: Hessen
II Geschichte
In einer Urkunde vom 3. Juni
1231 schenkte Heinrich VII. dem Deutschen Orden die Pfarrei Herborn, welcher am
1. Juli 1334 die Schenkung des Franziskushospitals, welches von der heiligen
Elisabeth begründet wurde, und der Pfarrkirche zu Marburg folgten. Die Übergabe
des Hospitals muss bereits 1233 sicher gewesen sein, wurde die Landkommende
Marburg doch bereits in diesem Jahr begründet. Bereits 1234/35 mit einer
Stiftung von 13 Klerikerpründen ausgestattet, begann man 1235 mit dem Bau der
Kommendenkirche St. Elisabeth, welche die Reliquien der heiligen Elisabeth
barg. Nachdem die Kommende 1236 und 1237 Gastgeber der Generalkapitel zur
Fusion des Schwertbrüderordens mit dem Deutschen Orden gewesen war, verlieh
Papst Innozenz IV. dem Prior der bedeutenden Kommendenkirche 1246 das Recht zum
Gebrauch der Mitra. Papst Martin V. ergänzte dieses Recht 1426 durch den
Gebrauch von Stab und Ring. Nachdem es 1249, die gotische Elisabethkirche war
nun fertiggestellt, zur feierlichen Übertragung der Gebeine der heiligen
Elisabeth gekommen war, erhob Kaiser Karl IV. den Prior der Kommende 1375 zum
Reichskaplan und übersandte ihm hierzu einen kostbaren Ring. Die Kommende
selbst gehörte sicherlich zu den größten des Ordens. Zählte sie 1287 noch zehn
Ritter- und sieben Priesterbrüder, so stieg die Zahl ihrer Mitglieder bis 1451
auf 12 Ritter- und 11 Priesterbrüder. Im 15. Jahrhundert beschwerte sich der
Magistrat der Stadt darüber, das dass Hospital der Kommende nur mangelhaft
ausgelastet sei. Über 100 bedürftige aufnehmen könnend, beherbergte es doch nur
12 bis 15 Kranke, welche zudem teilweise Ordensangehörige oder Pfründner seien.
Die Einkünfte, so die Klage des Magistrats, verwende die Kommende zu eigenen
Zwecken, nicht aber zum Wohl der Kranken. Galt der Landkomtur bereits in der
Mitte des 15. Jahrhunderts als erster der hessischen Prälaten, so brachte er
bis 1496 alle Mühlen der Stadt Marburg an sich. Einen Höhepunkt erlebte die
Landkommende zu Beginn des 16. Jahrhunderts, als Landkomtur Dietrich von Cleen
als Regent der Landgrafschaft Hessen fungierte. Doch schon bald sollte der
Glanz ein Ende finden und die Landkommende wurde, im Verlauf der Reformation,
von 1543 bis 1545 säkularisiert. Nur die Reichsunmittelbarkeit des Gesamtordens
konnte die Landkommende vor dem Untergang retten und sie wieder herstellen.Nachdem
bereits in den Jahre 1584 und 1586 der größte Teil des Kirchenschatzes der
Kommende nach Mergentheim gebracht worden war, wurde für die Ballei Hessen, und
mit ihr die Landkommende Marburg, die lutherische Konfession festgelegt. Die
1809 säkularisierte Kommende besaß nicht nur umfangreiche Güter, Gerichts-,
Dorf- und Grundherrschaften, sondern auch zahlreiche Pfarreien in der näheren
und weiteren Umgebung. Selbst die Pfarrei St. Nikolaus zu Erfurt gehörte ihr.
Von besonderer Bedeutung blieb jedoch das 1234 erworbene Hospital der heiligen
Elisabeth, welches Franziskushospital genannt wurde.
III (Land-) Komture
Winrich (1236, 1240)
Konrad von Büdingen (1244, 1248)
Konrad von Solms (1248)
Volpert von Otterau (1250)
Werner von Battenberg (1252)
Gerlach von Thewern (1256)
Ludwig von Münzenberg (1257)
Konrad von Büdingen (1258)
Hartmut von Kronenberg (1261-1262)
Gerlach von Zwehren (1263-1279)
Hermann von Rickele (1280-1281)
Burghard von Schwanden (1281-1283)
Konrad von Mandern (1285)
Gerlach von Diedenhausen
(1286-1288)
Konrad von Mandern (1289-1295)
Johann von Nesselrode (1295-1297)
Werner von Lauterbach (1298-1301)
Dietrich von Mundelheim (1302)
Marquard von Messingen (1303-1304)
Heinrich von Thüringen (1304, 1305)
Heinrich von Varila (1308, 1310)
Reimbold (1313-1317)
Berthold von Buches (1317-1319)
Kuno von Dollendorf (1320)
Konrad von Totelndorf (1320)
Kuno von Dollendorf (1321)
Konrad von Dudelndorf (1324)
Kuno von Dollendorf (1328)
Heinrich von Löwenstein (1332)
Konrad Weis (1332-1347)
Konrad von Kronberg (1348)
Konrad von Hertenstein (1349, 1351)
Johann von Hain (1356-1372)
Gernand von Schwalbach (1379, 1394)
Konrad von Bellersheim (1395, 1396,
1400, 1402, 1407)
Alhard von Hörde (1571-1586)
Georg von Hörde (1586-1591)