K o m m e n d e   R a m e r s d o r f



I     Zuordnung

II     Geschichte

Die Kommende wurde 1230 durch den Grafen Heinrich III. von Landsberg und seine Frau Mechthild gestiftet. 1254 wird erstmals ein Komtur erwähnt, dem der Abt von Siegburg die Güter zu Birgel und Muffendorf übereignet. 1270 kommt es zu einem offenen Streit mit Johann von Löwenburg, der schließlich 1271 durch den Erzbischof Engelbert I. von Köln geschlichtet wird und Johann von Löwenburg zum Schutz aller auf seinem Gebiet befindlichen Leute der Kommende verpflichtet. Nachdem der Streit 1273 aufs Neue aufgebrochen war, wurde 1285 der Bruder des Erzbischofs von Köln zum Komtur der Kommende. Nachdem die Kommende 1324 in das Kammergut des Deutschmeisters gelangt war, verkaufte sie am 13. September 1362 der Kommende Koblenz Weingärten, Weinzinse und Zinse in Bonn, wie auch, bis auf vier Morgen Land, allen Besitz in Bonn für 1.000 kölnische Mark. Nachdem wir bereits 1362 nur noch einen Ordenspriester als Verwalter der Kommende vorfinden, ging in diesem Jahr auch das Lehen Gut Ollheim wieder an die Abtei Siegburg zurück. Finanzielle Engpässe zwangen im Juni 1366 auch zur Verpfändung des Gutes Hersel. Auf dem Generalkapitel vom 13. Februar 1371 übertrug der Deutschmeister die Kommende der Ballei Aldenbiesen. Weitere Finanzschwächen führten zu einer weiteren Abnahme des besitzes und 1419 zur Verpfändung des Hofes Ramersdorf durch den Landkomtur, der ihn dann bereits 1424 zurückerwarb. Lebte 1410/11 in der Kommende noch ein Ordensbruder, so war sie ab 1419 unbesetzt und wurde erst in den 1450er Jahren durch einen Priesterbruder als Komtur bezogen. An Allerheiligen 1631 besetzen, im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges, die Truppen der Schweden die Kommende. Sie vernichten den Wein und die Möbel der Kommende und nehmen alle übrigen Besitztümer mit, auch Stallknecht und Kommendenkaplan werden entführt. Auch alle zur Kommende gehörigen Güter werden geplündert und fast gänzlich ruiniert. Schließlich wird dem Komtur 1634 anempfohlen sich nach Bonn zurückzuziehen, da es dort sicherer sein und die verbliebenen Güter von Bonn aus auch besser verwaltet können. Ein Jahr später (1635) wird für die Kommende dann ein Kellner bestellt. Schließlich erholte sich die kommende sich soweit, dass sie 1643 erneut besetzt werden konnte. Doch trat zwischen 1653 und 1661 eine erneute Vakanz ein und der Kommendenbesitz wurde durch den Pfarrer von Küdinghoven, Cornelius Rütten, verwaltet. 1729 befand sich die Kommende und ihre Güter in einem katastrophalen Zustand. Teils waren die Pachtzahlungen bereits 30 Jahre im Rückstand und die Güter von den Pächtern verpfändet worden. Nachdem der Wirtschaftszustand der Kommende systematisch gehoben worden war, begann man ab 1731mit dem Neubau des Kommendengebäudes. Auch wurde 1740 die Kapelle erneuert. Im Juli 1758, also während des Siebenjährigen Krieges, nahmen Husaren den Rentmeister und den Pfarrer von Küdinghoven als Geiseln und verschleppten sie nach Düsseldorf. Zur Freilassung forderten sie 2.000 Reichsthaler, 600 Rationen und 103 Louisd’or Exekutionsgelder. Da die Zahlungen für die Kommende jedoch zuhoch waren, so handelte man die Zahlungen für den Rentmeister auf 500 Reichsthaler und 250 Rationen herunter. Als sich dann 1759 die Truppen der Franzosen in der Kommende einquartieren wollten, konnte der Rentmeister dies durch eine Intervention des Premierministers von Kurköln, der zugleich der Landkomtur war, verhindern. Seit 1761 hatte sich die Wirtschaftslage soweit erholt, dass erneut ein Komtur eingesetzt werden konnte. Auch in den kommenden Jahren, besonders seit Mitte der 1780er Jahre, konnte sich die Wirtschaft der Kommende wesentlich verbessern. Schließlich kam es 1794 zur Besetzung Kommende durch französische Truppen, welche sie auch 1802 säkularisierten.


III    Komture

Werner (1251)
Simon de Gandavio (1264-1270)
Bertold (1282)
Gerard von Runkel (1285-1291)
Gerard von Westerberg (1291-1296)
Robbo von Drachenfels (1304)
Everard (1328)
Walram von Tomberg (1338-1341)
Simon van der Tempel (1352-1359)
Hendrik van Leeuwen (vor 1371)
Diederik van Gemert (1444)
Arnold von Reeck (1450)
Franz von Reuschenberg (1533-1539)
Johann von Goer (1539-1547)
1572-1580 Vakanz
Edmond von Reuschenberg (1580-1591)
Johann von Reuschenberg (1591-1610)
Johann von Eynatten (1610)
Johann Raitz von Frentz (1610-1612)
Hendrik von Kolf von Vettelhoven (1612-1631)
Wilhelm von Metternich (1631-1638)
Edmond Godfried von Bocholtz (1638-1649)
1649-1661 Vakanz
Ferdinand von Rolshausen zu Butgenbach (1661-1663)
1663-1669 Vakanz
Bertram Wessel von Loe zu Wissen (1669-1671)
Wilhelm Dietrich von Kolf von Vettelhofen (1672-1677)
Rutger Kaspar von Schöller zu Schöller (1677-1682)
Friedrich von Renesse (1682-1683)
1683-1685 Vakanz
Heinrich Theobald von Goldstein (1685-1690)
Heinrich Schenck von Nideggen (1691-1697)
Johann Wilhelm von Kesselstadt (1697)
Bertram Anton von Wachtendonk (1699-1707)
Johann Hermann Spies von Büllesheim (1707-1715)
1715-1719 Vakanz
Johann Josef van der Noot (1719-1721)
Johann Kaspar von Hillesheim zu Ahrental (1721-1729)
1729-1738 Vakanz
Franz Theodoer von Rump zu Crange (1751-1753)
1753-1755 Vakanz
Lothar Franz von Horneck zu Weinheim (1755-1757)
Ferdinand Josef von Haecke (1757-1758)
1758-1761 Vakanz
Karl Ernst von Voit zu Salzburg (1761-1762)
Franz Johann von Reischach (1762-1767)
Franz Nikolaus von Kolf zu Vettelhoven (1767-1770)
Theodor Franz de Croix d’Heuchin (1770-1771)
Heinrich Johann von Droste zu Hülshof (1771-1776)
Josef Franz von Schaesberg (1776-1778)
Heinrich August Marschall von Ostheim (1778-1784)
Fredrich Wilhelm von Bentinck (1784-1794)
Wilhelm Eugen de Wal (1794-1809)