K o m m e n d e W ü r z b u r g
I Zuordnung
- Ballei: Franken
-
Bistum: Bistum Würzburg
- Land: Fürstbistum Würzburg
II Geschichte
Am 19. November 1219 übertrug der Bischof von
Würzburg, Otto von Lobdeburg, einen einstigen Königshof dem Deutschen Orden als
Stiftung. Dieser folgte bereits 1226 die Marienkapelle. Als das Haus am 13.
Februar 1239 der Gastgeber des Generalkapitels war, versorgte es weder ein
Spital, noch eine Pfarrei. Es diente lediglich der Aufnahme führender
Ordensmitglieder, welche zu diplomatischen Zwecken im Reich weilten. Nachdem
das Haus 1248 eine Schenkung von Eigenleuten zu Ippesheim erhalten, 1251 das
Patronat über die Kapelle in Bibelried und 1258 die Pfarrei Detwang erworben
hatte, errichtete man 1272 neben der Marienkapelle eine Kirche. Das 1286
gekaufte Haus am Fischmarkt diente als Residenz der Komture. Noch im gleichen
Jahr erwarb man das Gut Oberpleichfeld, wozu 1289 noch Güter in Waigolshausen
gekauft wurden. In dieser Zeit muss es Pläne zu einem Neubau der Kommende
gegeben haben, kam es doch bereits 1288 zu einem Kompromiss mit der Stadt,
welcher die Kommende zur Freilassung des Weges zwischen ihr und der Kommendenkirche
verpflichtete und der die Verbindung der Stadt zum Schottenkloster darstellte.
Das entspricht auch der Konventsentwicklung innerhalb der Kommende.
Ursprünglich eher schwach besetzt, stieg die Zahl der Konventsherren von sechs
Ritter- und zwei Priesterbrüdern, im Jahre 1288, auf neun Ritter- und drei
Priesterbrüder, im Jahre 1292, an. Konnte man in den kommenden Jahren auch noch
zahlreiche Besitzungen erwerben, darunter 1329 auch die Pfarrei Windsheim und
die Kaplanei Hohenfeld, so war die Hochzeit der Kommende doch abgeschlossen.
Dies zeigt auch die Zahl der Konventsherren. Waren es 1346 noch 11, so fiel
ihre Zahl bis 1350 auf sieben und gelangte schließlich 1409 bei vieren an, von
denen 1410/11 zwei Priesterbrüder waren. Immerhin besaß die Kommende nicht nur
Ackerland, Wälder und Weinberge, sondern war auch Herr über Lehenuntertanen in
Ippesheim, Kleinlangheim und Lipprichshausen, wie auch Erbuntertanen zu
Bergrheinfeld und Mainstockheim. Als im Verlauf der Bauernaufstände die
Bischofsburg über der Stadt belagert wurde, kam es am 14. September 1525 zur
Plünderung der Kommende. Gleichzeitig wurde sie auch noch von der Burg her
beschossen, da die aufständigen Bauern in seiner Nähe ein Lager eingerichtet
hatten. Da sich die wirtschaftlichen Bedingungen der Kommende nicht besserten,
übernahm der Landkomtur 1543 selbst die Verwaltung und begann mit einer
Neuordnung derselben. Doch auch im Dreißigjährigen Krieg sollte das Haus wieder
ein Ziel von Plünderungen werden. 1805 wurde die Kommende von Bayern säkularisiert.
III Konventsstärke
Der ursprünglich nicht so
stark besetzte Konvent, erlebte seit dem Ende des 13. Jahrhunderts ein
einen personellen Aufschwung:
1288: 8 Konventsherren. 6 Ritter- und 2 Priesterbrüder. (7)
1292: 12 Konventsherren. 9 Ritter- und 3 Priesterbrüder. (7)
1323: 13 Konventsherren. 8 Ritter, 3 Priester und 1 Subdiakon. (10)
1346: 11 Konventsherren. 8 Ritter- und 3 Priesterbrüder. (10)
1350: 7 Konventsherren. 5 Ritter- und 2 Priesterbrüder. (10)
1409: 4 Konventsherren. 2 Ritter- und 2 Priesterbrüder. (11)
V Komture
- Wichmann (1239-1236/37)
- Heinrich gen. Karitas (1258)
- Konrad von Münnerstadt (1271)
- Konrad (1271, 1274)
- Otto von Estenfeld (1282)
- Konrad von Babenberg (1287/88)
- Eberswinus (1292/93)
- Konrad von Dettelbach (1295)
- Theoderich gen. Mullin (1310)
- Heinericus (1312)
- Dieter von Ehrenberg (1319)
- Eberhard von Hertenstein (1323)
- Konrad von Bruel (1329)
- Rudolf von Wertheim (1329)
- Eberhard von Ebersberg (1332)
- Albrecht von Paulsdorf (1345)
- Hans von Grumbach (1350)
- Ludwig von Rieneck (1350/55)
- Hans von Wolfskeel (1360)
- Johannes der Garter (1360)
- Heinrich von Schletten (1378-1381)
- Valentin von Schaumburg (1389)
- Ludwig von Wertheim (1392)
- Johannes von Venningen (1404)
- Heinrich von Fulda (1404)
- Weiprecht von Helmstatt (1409)
- Eberhard von Seinsheim (1419)
- Eberhard Rüdt (1420-1424)
- Dr. Johann von Montabaur DOP (1439-1453)
- Eberhard von Nackenheim (1455-1458)
- Martin Schenk von Geyern (1463)
- Endres von Grumbach (1468)
- Konrad Lamppach (1471)
- Peter Süß (1478-1496)
- Markus von Münnerstadt (1497/98)
- Adolf von Thüngen (1500/01)
- Dietrich von Grünberg (1501)
- Philipp von Hohenstein (1514-1522)
- Burkhard von Seckendorff-Aberdar (1524/25)
- Wolfgang von Bibra (1525-1538)
- Hans Eitel von Neuneck (1538-1541) (12)