I Frühe Jahre

II Erste Aufgaben

III Bischof in Perugia

IV Konklave

V Pontifikat

VI Leo, die Technik und der Genuss



















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Papst Leo XIII.







I. Frühe Jahre

Papst Leo XIII. wurde am 2. März 1810 in Carpineto Romano bei Agnagni als Vincenzo Gioacchino Pecci geboren und war der Sohn eines Landadligen und Kriegskommissars.

Bereits früh als hochbegabter Junge erkannt, entwickelte er eine Vorliebe für die lateinische Sprache und studierte von 1818 bis 1824 am Jesuitenkolleg in Viterbo. Nachdem er von 1824 bis 1832 am Collegium Romanum Theologie studiert hatte, studierte er von 1832 bis 1837 an der päpstlichen Diplomatenakademie "Accademia dei Nobili".



II. Erste Aufgaben

Kardinal Carlo Odescalchi SJ spendete ihm am 31. Dezember 1837 in Rom die Priesterweihe und er wurde von Papst Gregor XVI. zum Päpstlichen Hausprälaten ernannt. Schon 1838 begann er seine diplomatischen Tätigkeiten, als der Papst ihn zum Delegaten in Benevent ernannte und ihn als solchen 1841 nach Perugia versetzte, wo er bis 1843 blieb.

Am 27. Januar 1843 ernannte ihn Papst Gregor XVI. zum Titularerzbischof von Tamiathis und am folgenden Tag, dem 28. Januar, zum Apostolischen Nuntius in Belgien. Kardinal Luigi Lambruschini spendete ihm am 19. Februar 1843 die Bischofsweihe.

In Belgien erwieß sich Pecci als nicht besonders Anpassungsfähig. Sein Sinn für Mäßigung und pragmatische Lösungen brachten ihm von allen Seiten Kritik ein und als er sich bei der Frage der Universitätsprüfungskommission auf die Seite der Bischöfe stellte, bat der König den Papst 1846 um die Abberufung des Nuntius, was dann auch geschah.

Von Belgien aus unternahm Pecci verschiedene Reisen, die ihn nach Köln, London und Paris führten. Hier kam es auch zu Kontakten mit Industriellen und Politikern, was seinen Horizont und seine Kontakte erweiterte.


III. Bischof in Perugia

Am 19. Januar 1846 zum Bischof von Perugia ernannt und zugleich mit dem persönlichen Titel eines Erzbischofs ausgestattet, wurde er am 27. Juli in sein neues Amt eingeführt. 
Papst Pius IX. kreierte ihn am 19. Dezember 1853 zum Kardinal und ernannte ihn zum Kardinalpriester von S. Crisogono. Am 21. September 1877 erfolgte seiner Ernennung zum Camerlengo.

Das Bistum Perugia war im Kirchenstaat gelegen. Pecci, ein Mann der kirchlichen Ordnung, vertrat diesen Staat mit Nachdruck. So ist auch sein Wirken zu verstehen, dass in einer Zeit der Krise des Kirchenstaates lag. So führte er einen streng konservativen Kurs und kämpfte gegen Antiklerikalismus und Laizismus. So erstellte er 1849 sogar einen Plan, mit dessen Hilfe es zu einer Verurteilung der modernen Gesellschaft kommen sollte. Theologisch versuchte er mit der Gründung der Thomasgesellschaft dem Neothomismus zum Durchbruch zu verhelfen.

In der Zeit der Loslösung Umbriens vom Kirchenstaat, war er der Anführer der Bischöfe gegen das Staatskirchentum Piemonts.

Nachdem er 1869/70 am 1. Vatikanischen Konzil teilgenommen hatte, kam es dann zu einer langsamen Öffnung Peccis für die moderne Welt, ihre Kultur und Technik, was sich ab 1874 auch in seinen Hirtenbriefen niederschlägt.



IV. Konklave

Nach dem Tode Papst Pius IX., am 7. Februar 1878, fiel Pecci als Camerlengo die Durchführung des Konklaves zu. Dieses begann am 18. Februar und endete bereits am 20. Februar. Mit der Wahl Peccis konnten sich die Vertreter der "Gemäßigten" durchsetzen.


V. Pontifikat

Bereits mit seinem Namen wollte Papst Leo ein Zeichen setzen. Sein Ziel war es, die Kirche aus ihrer Isolierung heraus zu führen und in der modernen Gesellschaft zu integrieren. Trotz dieses Zieles, konnte man beim Papst in keiner Weise von "modernen Vorstellungen" sprechen. Sah er doch die hochmittelalterliche Form von Kirche und Staat als sein Vorbild an. Papst Innozenz II. war ihm hierbei ein Vorbild. Doch in einem Europa des 19. Jahrhunderts war mit solchen Vorstellungen nichts zu gewinnen, lehnte es doch einen Führungsanspruch des Papsttums eindeutig ab.

Die bereits in Perugia angestrebte Reform des Theologiestudiums griff er auch als Papst erneut auf und versuchte dem Neothomismus hier internationalen Vorschub zu leisten. Unverkennbar bilden seine politischen und theologischen Vorstellungen hier eine Einheit.

Auch wenn die faktische politische Einflußnahme des Papstes begrenzt blieb und sich alle Hoffnungen auf eine internationale Lösung zur Wiederherstellung des Kirchenstaates zerschlugen, gelang Leo ein enormer Prestigegewinn des Apostolischen Stuhles, was sich nicht nur an der Zunahme der diplomatischen Beziehungen zeigt - nun auch mit nichtchristlichen Staaten.

In den Auseinandersetzungen mit dem jungen italienischen Staat, untersagte der Papst den Katholiken alle parlamentarische Mitwirkung. Eine Aussöhnung mit Preußen und Frankreich führten nicht, wie er erhofft hatte, zu einem Einwirken derselben auf Italien.Auch die Beziehungen zur Schweiz und verschiedenen Staaten Lateinamerikas normalisierten sich. Mit zahlreichen Staaten kam es zum Abschluss neuer Konkordate, so dass sich die weltkirchliche Lage deutlich entspannte. Als Bismark den Papst 1885 um die Vermittlung im Konflikt um die Karolinen bat, hatte Leo XIII. den Zenit seines politischen Einflusses erreicht.

Auch sein Versuch um eine Wiedervereinigung mit den Orthodoxen und den Anglikanern hatte sich zerschlagen. Zwar war er zu Konzessionen bereit, verlangte aber eine Unterwerfung unter den Papst. Generell verabschiedete sich Leo niemals von der Vorstellung einer universellen Stellung des Papsttums, was mit der Zeit zu einer Stärkung des römischen Zentralismus führte. Dies tat seinen Bemühungen um die Missionstätigkeit jedoch keinen Abbruch, so dass während seines Pontifikates 48 Apostolische Vikariate und 248 Diözesen errichtet wurden.

Wenn Leo XIII. auch die Vorstellung einer weltlich-politischen Rolle begraben musste, so kam es doch zu einer Stärkung der moralischen Würde des Papsttums. Unter Papst Leo XIII. wurde der Papst von einem italienischen Kleinfürsten, zu einer moralischen Größe im Bewußtsein aller Gläubigen. Auf diesem Weg erlangte das Papsttum eine gänzlich neue Größe. Das Wort des Papstes konnte auf diesem Wege für Politiker der westlichen Welt zu einer nicht mehr umgehbaren Sache werden. Pilgerfahrten nach Rom wurden zu regelrechten Demonstrationen.

Als "moderner Papst" zeigte sich Leo am 18. August 1883, als er die Vatikanischen Archive für die Gelehrten aller Konfessionen öffnete. Auch die Veröffentlichung der Enzyklika Rerum Novarum (1891), die erstmals eine Lehre von der menschlichen Person und ihren Rechten, von der Ordnung der Wirtschaft, von der Koalitionsfreiheit der Arbeiter und der sozialen Verpflichtung des Staates aufzeigte, war der Aufbruch in eine neue Zeit. Bis dahin hatte man sich stets auf Verlautbarungen zu einzelnen Fragen beschränkt. Überhaupt veröffentlichte Leo eine enorme Anzahl von Enzykliken (92), die der Kirche den Weg in eine neue Zeit ebnen sollten.

Wenn der Papst auch alte Grenzen sprengte, so lehnte er doch den "Amerikanismus" entschieden ab und nahm eine reservierte Haltung zur Demokratie ein. Hierbei sind seine Erfahrungen aus Perugia sicherlich nicht zu unterschätzen.

Papst Leo XIII. verstarb am 20. Juli 1903 in Rom.


VI. Leo, die Technik und der Genuss

Seinem Lieblingsgetränk, dem Vin Mariani, verlieh Leo eine Goldmedaille und erlaubte auch die Verwendung seines Bildes zur Werbung. Auch machte der Papst keinen Hehl aus seiner Vorliebe für den Schnupftabak.

Bereits 1896 ließ er sich von William Kennedy Laurie Dickson, dem Erfinder der Kamera, als erster Papst filmen. Anschließend segnete der Papst das neuartige Gerät. Auch ließ er am 5. Februar 1903 seine Stimme aufnehmen.