Katholische Ostkirchen I
www . damian    hungsde
Albanisch-Katholische Kirche     Bulgarisch-Katholische Kirche     Georgisch-Katholische Kirche     Griechisch-Katholische Kirche     Italo-Albanische Kirche      Mazedonisch-Katholische Kirche     Rumänisch-Katholische Kirche

Albanisch-Katholische Kirche


Kurzbeschreibung
Verbreitung: 2.000 Gläubige in Albanien
Kirchenverwaltung: Patriarchat mit Apostolischem Administrator
Sitz: Shkodra und Tirana (Albanien)
Kirchensprache: Albanisch
Kalender: Gregorianisch


Ende des 18. Jahrhunderts wurde im nordalbanischen Shkodra eine kleine unierte Gemeinde begründet. Seit 1856 ein eigenständiges Apostolisches Vikariat, übernahmen die Jesuiten wenig später die Seelsorge. In den Jahren des Kommunismus verlor die Kirche ihre Kleriker, so dass sie über 20 Jahre ohne Seelsorger war. 1992 half der Bischof der Italo-Albanischen Kirche von Lungro beim Aufbau neuer Strukturen. Heute zählt die Kirche etwa 2.000 Gläubige in zwei Gemeinden (Shkodra und Tirana) und wird von einem Apostolischen Administrator geleitet. Obwohl die Liturgie im byzantinischen Ritus gefeiert wird, ist doch die liturgische Sprache Albanisch. Man folgt dem Gregorianischen Kalender.


B I S T Ü M E R

Albanien:
zur römisch-katholischen Kirchenprovinz Tiranë-Durrës: Apostolische Administratur Südalbanien (Sitz: Fier)


Bulgarisch-Katholische Kirche Kurzbeschreibung
Verbreitung: 15.000 Gläubige in Bulgarien
Kirchenverwaltung: Exarchat
Sitz: Sofia (Bulgarien)
Kirchensprache: Bulgarisch, Altkirchenslavisch
Kalender: Julianisch


Neben der römisch-katholischen Gruppe im Piringebiet, die ihre Entstehung der Politik der Habsburger am Beginn des 18. Jh.s verdankte und von der im 19. Jh. mehrfach behauptet wurde, dass sie in ihren Strukturen auf die mittelalterlichen Bogomilen und Paulikianer zurückging, weil sie Bräuche pflegte, die bei den orthodoxen Bulgaren in der Umgebung unbekannt waren, entstand um die Mitte des 19. Jh.s in Bulgarien neben dem röm.-kath. Bistum Plovdiv auch eine bulgarische Unionskirche, die auf die Aktivitäten von Josef Sobolsky und seinen Anhängern, vor allem des Zeitungsherausgebers Dragan Zankov, zurückging, der am 18. 12. 1860 mit Vikar Brunoni in Istanbul vereinbarte, Sobolsky zum Bischof zu weihen.

Nach dem Vorbild in Serbien, Rumänien und Griechenland entstanden nach 1850 in Bulgarien nationalistische Zirkel unter jungen Intellektuellen und Kaufleuten, denen vor allem die weitgehende Hellenisierung des orthodoxen Klerus missfiel. Sie suchten die Kontakte nach Rom, wo ihnen Papst Pius IX. über seinen Vikar Brunoni signalisierte, zur Anerkennung einer Unionskirche bereit zu sein. Am 1. 4. 1861 (Ostermontag) traf die Delegation angeführt von Josef Sobolsky in Rom ein. Es folgten die Bischofsweihe (am 14. 4.) und die Anerkennung der neuen Millet durch den westlich orientierten osmanischen Sultan Abdulmeschid I. (1839 – 1861), die von der päpstlichen Diplomatie mit Umsicht vorbereitet worden war. Als jedoch am 25. Juni desselben Jahres der erst 38jährige Sultan überraschend verstarb und durch Abdulaziz (1861-1876) ersetzt wurde, der aufgrund seiner Erziehung als Förster einen reaktionären Kurs einschlug, war Sobolskys Schicksal besiegelt. Er verschwand unter seltsamen Umständen im Juli aus Istanbul und trat einige Wochen später als Mönch in einem Kloster nahe Kiew wieder auf, ohne sich je wieder um seine katholischen Anhänger zu kümmern.

Diese mussten im folgenden Jahrzehnt allerdings nicht um den Weiterbestand ihrer Gemeinschaft fürchten, weil ihnen sowohl durch die Hilfe aus Rom, die offizielle Anerkennung durch den osmanischen Staat als auch durch ihre klare Parteinahme für die bulgarischen Nationalisten um Dragan Cankov eine beträchtliche Anerkennung und Verbreitung zuteil wurde. Sie kümmerten sich vor allem um den Bau von Schulen, Waisenhäusern und Spitälern. Kapuziner und Redemptoristen standen ihnen hilfreich zur Seite.

Die Lage änderte sich für die Katholiken erst wieder, als 1870 auf Druck Russlands der Großwesir Ali Pascha auch ein orthodoxes Exarchat errichten ließ, gegen das sich zwar der Ökumenische Patriarch noch bis 1872 zur Wehr setzte, das aber in Ilarion von Trnovo und Anthim von Vidin seine ersten Exarchen erhielt. 1878 erfuhr nach der Entstehung des neuen bulgarischen Königreiches das orthodoxe Exarchat eine deutliche Aufwertung, weil der neue Exarch Josef die Verbindung zu den Nationalisten suchte.

Die päpstlichen Diplomaten bemühten sich zwar von Istanbul aus, neben den lateinischen Gemeinden im Pirin-Gebiet auch jene der bulgarischen Unionskirche weiter zu festigen, wozu man 1883 die Vikariate Makedonien (in Saloniki) und Thrakien (in Edirne) einrichtete, doch hatte man keinen direkten Zugriff mehr.
Das Vikariat Istanbul wurde zur Apostolischen Administratur aufgewertet, der Vikar zum Erzbischof erhoben, um den Bulgaren als Gesprächspartner mit mehr Nachdruck gegenübertreten zu können. Diese Schritte verhinderten nach 1900 jedoch nicht, dass sich die Gläubigen der Unionskirche, die noch in Ostthrakien unter osmanischer Hoheit lebten, ins Königreich Bulgarien absetzten, weil sie unter osmanischer Hoheit nicht mehr sicher waren. 1926 kam es zum kuriosen Fall, dass man in Sofia ein katholisches Exarchat für die bulgarischen Untertanen des Erzbischofs von Istanbul aufbauen musste, während das seit 40 Jahren bestehende Erzbistum Istanbul wieder erlosch. Angelo Roncalli (später Papst Johannes XXIII.) war damals Pro-Nuntius in Sofia und mit der Umsetzung dieser Aufgabe betraut. 1945 bis 1990 wurde die Unionskirche zwar verfolgt, aber der orthodoxen Kirche nicht zwangsweise eingegliedert. Drei Priester kamen ins Lager Belene bei Ruse und starben dort. Der unierte Bischof Msgr. Evgeni Bosilkov wurde zum Märtyrer; weil er sich geweigert hatte, Rom den Gehorsam zu versagen. Seine Hinrichtung erfolgte am 11.11. 1952, am 15.3. 1998 wurde er selig gesprochen (Staatschef Todor Schivkov bekam 1975 bei Papst Paul VI. nur deshalb eine Privataudienz, weil der die Umstände des Todes von Bosilkov aufklärte und zugab). Die Schauprozesse des Regimes betrafen 1952 – 1954 neben den lateinischen Priestern auch die unierten. 1953 wurde der gesamte Kirchenbesitz enteignet. Fortan konnten in Bulgarien keine Priester mehr ausgebildet werden. Bis in die Siebziger Jahre ging der kommunistische Staat mit allen Katholiken Bulgariens besonders rüde um.

Mit Staunen wurde im Juni 1992 in Rom anlässlich des ersten ad-limina-Besuches der katholischen Bischöfe Bulgariens nach 50jähriger Unterbrechung vermerkt, dass neben den 50.000 lateinischen Katholiken auch wieder etwa 25.000 bulgarische Katholiken der Union von 1861 ihre Stimme vernehmen ließen, doch waren von den 200 Priestern, die 1945 ihre Gemeinden betreuten, nur 30 noch am Leben. Bischof Christo Projkov in Sofia unterstehen seither auch die neu gegründeten Konvente der Eucharistinerinnen und Karmeliterinnen.

Am 17. Dezember 1992 verabschiedete das bulgarische Parlament jenes Gesetz, das die Rückgabe des Kirchenbesitzes regelte, aber in den folgenden Jahren zum Anlass intensiver Diskussionen wurde. Die Behörden in Plovdiv, Ruse, Burgas und Svistov weigerten sich lange, dem Gesetz zu folgen.


B I S T Ü M E R

Bulgarien:
Apostolisches Exarchat Sofia


Georgisch-Katholische Kirche Kurzbeschreibung
Verbreitung: 500 Gläubige
Kirchensprache: Georgisch
Kalender: Julianisch


Weitgehend dem Reich der Fantasie und der Legende gehört die lateinische Mission des 13. Jh.s in Georgien an, als in den Zeiten des Lateinischen Kaiserreiches von Konstantinopel aus zur Festigung des „wahren“ Glaubens Dominikaner nach Tiflis entsandt wurden, worauf zwischen etwa 1300 und 1500 in Tiflis ein lateinischer Erzbischof residiert haben soll.
Entsprechende Korrespondenzen, auf die wiederholt hingewiesen wurde, existieren in den vatikanischen Archiven jedoch nicht. Bekannt sind lediglich zwei Reskripte verlorener Urkunden aus der Zeit der Päpste von Avignon, auf die sich alle Angaben zu diesem Thema stützen.

Die im 18./19. Jh. sowohl von katholischer als auch von protestantischer Seite mehrfach unternommenen Versuche, in Georgien Missionsstationen aufzubauen, scheiterten nach anfänglichen Erfolgen daran, dass die neuen russischen Landesherrn nach der erfolgreichen Besetzung und Eroberung des Kaukasus (1801 – 1862) jede Missionsarbeit strikt verboten haben. 1845/48 wurden die letzten katholischen Missionare aus Kutaisi vertrieben. Die Katholiken und Protestanten unter den deutschen Neusiedlern (20 Dörfer in der Umgebung von Tiflis, die von 1812 – 1830 vom russischen Staat mit der Absicht aufgebaut wurden, die eigene Versorgungsbasis zu sichern) mussten ab 1845 von Priestern aus Tiraspol betreut werden, wo man unter den Bessarabiendeutschen die Errichtung einer Diözese gestattet hatte, die künftig auch für die Gemeinden im Kaukasus verantwortlich war.

Aus der kommunistischen Zeit weiß man so gut wie nichts über das Gemeindeleben der Katholiken in Georgien. Erst mit der Unabhängigkeit des Staates seit 1991 konnte sich die Gemeinde wieder reorganisieren. Deshalb fand am 15.8. 1999 die Neueinweihung der römisch-katholischen Maria-Himmelfahrts-Kirche in Tiflis durch Kardinal Giovanni Battista Re statt, nachdem der Staat 1994 das desolate Gebäude zurückgegeben hatte (er hatte es 1941 beschlagnahmt und ab 1946 als Turnhalle benützen lassen). Dabei zeigten die Katholiken Georgiens der Weltöffentlichkeit ein recht intensives Gemeindeleben.

50.000 (nach anderen Angaben 40.000) Katholiken leben in Georgien in acht Gemeinden. Zur Papstmesse in Tiflis kamen am 9.11. 1999 kamen dann 100.000 Gläubige, vor allem Katholiken, die auch aus Zentralasien angereist waren, aber keine Orthodoxen, obwohl Präsident Schewardnadze, dem der Papstbesuch ein persönliches Anliegen war, Katholikos Elia II. verpflichtet hatte, den Papst zu empfangen.

Im März/April 2003 kam es in Georgien wiederholt zu Übergriffen orthodoxer Schlägertrupps, die der laisierte Priester Basil Mkalawischwili angeheuert hatte, die sich gegen die Gottesdienste von Katholiken, Zeugen Jehovas oder Baptisten richteten. Der private katholische Radiosender Kutaisi wurde dabei beschädigt. Die katholische Pfarre in Kutaisi hat immerhin 600 Mitglieder.
Für die offiziellen Strukturen der Katholiken Georgiens ist Bischof Giuseppe Pasotto zuständig, der sich im Sommer 2004 via Radio besorgt an die Öffentlichkeit wandte und vor weiteren rassistischen Ausfällen gegen Gläubige der religiösen Minderheiten warnte.

Trotz gegenteiliger Versprechen des neuen Präsidenten Sakaschwili haben also die religiösen Minderheiten in Georgien weiter einen schweren Stand. Der Bau von neuen Gotteshäusern ist für alle Gruppen unmöglich.


Griechisch-Katholische Kirche Kurzbeschreibung
Verbreitung: 3.000 Gläubige in Griechenland und der Türkei
Kirchenverwaltung: Exarchat
Sitz: Athen (Griechenland)
Kirchensprache: Griechisch
Kalender: Gregorianisch


Der Versuch, in Nordgriechenland unter osmanischer Herrschaft im 19. Jh. eine katholische Unionskirche zu gründen, muss als gescheitert gelten. Als der irisch-amerikanische Priester John Marangos zwischen etwa 1855 – 1880 in der Umgebung von Thessaloniki seine Missionsarbeit unter den Orthodoxen betrieb, gelang es ihm zwar, drei Gemeinden zu stabilisieren, worauf französische Lazaristen 1895 sogar in Konstantinopel ein Seminar gründeten, aber es sollte in Isaias Papadopoulos nur einen Bischof dieser kleinen Kirche geben.

Denn 1920 – 1922 gerieten auch die griechischen Katholiken unter türkischer Herrschaft unter den Druck, auswandern zu müssen. Die Landgemeinden ließen sich im griechischen Teil Makedoniens nieder, während die Gläubigen aus Konstantinopel zunächst in Athen eine neue Heimat fanden.

Das 1932 von Rom eingerichtete Exarchat besteht zwar bis heute, doch ist die Zahl der Gläubigen auf wenige Familien im Großraum Athen beschränkt, deren größte Leistung 1944 der Aufbau des Krankenhauses von Pammakaristos war, weshalb die orthodoxe Kirche nach dem Krieg davon Abstand nahm, die Auflösung dieser Kirche zu betreiben. Dass man sich weiterhin um einen Bischof schart, ist mehr ein Ärgernis für die Orthodoxen als eine tatsächliche Notwendigkeit. Exarch Anargyros Printesis von Gratianopolis (geb. 1937) wurde anlässlich seiner Bischofsweihe im Sommer 1975 entsprechend angefeindet. Die wenigen Priester, die diese Kirche besitzt, kommen dank ihrer Ausbildung in Rom alle aus der lateinischen Tradition, weshalb man sie oft mit den römisch-katholischen Griechen verwechselt, wenn man ihren Gottesdienst in der Anarchonstraße in Athen besucht.


B I S T Ü M E R

Griechenland:
Apostolisches Exarchat Griechenland (Sitz: Athen)


Italo-Albanische Kirche Kurzbeschreibung
Verbreitung: 62.000 Gläubige in Süditalien
Kirchenverwaltung: 2 Diözesen
Sitz: Lungro und Piana degli Albanesi
Kirchensprache: Albanisch, Italienisch
Kalender: Gregorianisch


Durch die griechische Kolonisationsarbeit im 1. Jt. v. Chr. waren das südliche Italien und die Insel Sizilien in der Antike und im Frühmittelalter deutlich griechisch geprägt. Erst die kulturelle und politische Trennung vom oströmischen Reich bedeutete seit dem 7./8. Jh. den Beginn der Italianisierung dieser Gebiete, die sich unter muslimischer, normanischer und staufischer Herrschaft im Hochmittelalter beschleunigte und im 16. Jh. zum Abschluss kam. Seither sind nur noch einzelne Sprachinseln mit griechischer Bevölkerung, Kultur, Sprache und Religion geblieben, die jedoch alle stets dem römischen Patriarchat zugerechnet wurden.

Die von alten Handbüchern genannten jurisdiktionellen Streitigkeiten um Süditalien, die 732 von Kaiser Leon III. (717 – 741) inszeniert wurden, um den Machtbereich des ökumenischen Patriarchen auszudehnen, müssen aufgrund der modernen Quellenkritik als zweifelhaft gelten.

Eine letzte Blüte erlebte die griechisch geprägte Kultur des Südens unter den Normannen und Staufern im 12./13. Jh. In der damaligen Aufbruchsstimmung entstand nahe Rom das Kloster Sta. Maria di Grottaferrata, dessen Abt Archimandrit als Titularbischof geführt wird. Heute ist dem Kloster eine kleine albanisch-katholische Gemeinde angeschlossen.

Anschließend setzte sich – nach dem Vierten Kreuzzug von 1204 – endgültig der römische Einfluss durch. Es gab aber seit etwa 1400 eine verstärkte Zuwanderung orthodoxer Albaner nach Süditalien, die sich nicht der osmanischen Herrschaft beugen wollten. Man organisierte im späten 16. Jh. diese neuen orthodoxen Gruppen in Kalabrien, die mit den alten Resten der griechischen Gemeinden verschmolzen waren, nach dem Vorbild der orientalischen Unionskirche der Chaldäer neu, sodass langfristig zwei albanische Diözesen entstanden, deren Bestand 1742 von Papst Benedikt XIV. (1740 – 1758) bestätigt wurde.

Die heutige Eparchie Lungro (seit der Neuordnung im 20. Jh.) umfasst noch über 60.000 Gläubige, ist aber durch eine verstärkte Auswanderung in den Norden Italiens deutlich geschwächt, was Bischof Ercole Lupinacci nicht müde wird, anzuprangern. Nicht viel anders steht es um die etwa gleich starke Eparchie Piana, die von Bischof Sotir Ferara geleitet wird.


B I S T Ü M E R

Italien:
Eparchie Lungro, Eparchie Piana degli Albanesi


Mazedonisch-Katholiche Kirche Kurzbeschreibung
Verbreitung: 40.000 Gläubige in Mazedonien
Kirchenverwaltung: Apostolisches Exarchat
Sitz: Skopje (Mazedonien)


Der Großteil der Katholiken Mazedoniens, sowohl Lateiner als auch Unierte, sind Albaner im Westteil des Landes (40.000), andere Katholiken sind meistens seit 1945 zugewanderte Kroaten, Slowenen oder Ruthenen aus der Vojvodina. In Skopje residierte der ukrainisch-katholische Msgr. Joakim Herbut (auch er stammt aus der Vojvodina) als Bischof aller Katholiken Mazedoniens. Unklar ist, ob dieser Bischof weiterhin auch für die Katholiken des Kosovo als Bischof zuständig ist, denn über 100.000 Kosovo-Albaner sind katholisch. Seit 1999 streben sie jedoch nach einer eigenen Struktur. Die Diözese ist Skopje-Prizren wurde geteilt. Im Kosovo ist Bischof Sopi für die Lateiner zuständig. Die unierten und lateinischen Katholiken Mazedoniens sind in 21 Gemeinden organisiert und werden von ebenso vielen Priestern betreut, die vorwiegend dem Franziskaner- oder dem Basilianerorden (für die Unierten) entstammen.


B I S T Ü M E R

Mazedonien:
Apostolisches Exarchat Mazedonien

Serbien: Apostolisches Exarchat Serbien und Montenegro


Rumänisch-Katholische Kirche Kurzbeschreibung
Verbreitung: 1,1 Mio. Gläubige in Rumänien (2,5 % der Gesamtbevölkerung) und in der Diaspora vor allem in den USA und Kanada
Kirchenverwaltung: Großerzbistum
Sitz: Blaj (Rumänien)
Kirchensprache: Rumänisch
Kalender: Julianisch


Die katholische Kirche in Transsilvanien (Siebenbürgen, Erdély) blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück, weil sie ab dem 11. Jahrhundert sie ungarisch geprägt war, im 16. Jahrhundert gemeinsam mit dem katholisch gebliebenen magyarischen Adel der osmanischen Hoheit unterstand (genauso wie die neuen Strömungen, die protestantische Kirche unter der deutschen Minderheit und die reformierte in Teilen des magyarischen Adels) und nach der Vertreibung der Osmanen im 18. Jh. unter österreichische Herrschaft kam, nachdem Kaiser Leopold I. die Unterwerfung des ungarischen Adels gelungen war.

Siebenbürgen war seit 1669 mit Hilfe der Jesuiten remissioniert und für die orthodoxe rumänische Unterschicht 1701 nach dem Vorbild der Union von Ushorod eine mit Rom unierte rumänisch-katholische Kirche geschaffen worden (die neuen katholischen Geistlichen genossen seither deutliche Vorrechte gegenüber denen, die es vorzogen, orthodox zu bleiben). Der orthodoxe Metropolit Athanasios spielte dabei eine wichtige Rolle, die bis auf den heutigen Tag zu Überlegungen Anlass bietet, denn letztlich hatte 1700 eine Synode formal die Union mit Rom beschlossen.

Die orthodoxe Kirche brauchte fast 50 Jahre, bis sie in der Lage war, den eigenen Status durch die verbesserte pastorale Betreuung der Gläubigen wieder zu sichern.

Die Unierten waren dem Erzbistum Gran-Ezstergom zugeschlagen worden, das die lateinischen Diözesen in Siebenbürgen zu Lasten der Unierten bevorzugte, bis 1854 Papst Pius IX. die Errichtung der Metropolitie Fagaras-Alba Iulia gestattete, die Residenz des Metropoliten blieb jedoch Blasendorf-Blaj. Die Blütezeit der rumänisch-katholischen Kirche fällt in die zweite Hälfte des 19. Jh.s, weil unter den führenden Intellektuellen nicht nur Siebenbürgens, sondern im rumänischen Königreich überhaupt sehr viele Katholiken waren, die den Aufbau und die Ausrichtung der offiziellen rumänischen Politik bestimmten und in der deutlichen Vergrößerung des Staates nach 1918 eine Bestätigung ihres Wirkens sahen.

Nach dem Anschluss Transsilvaniens an Rumänien wurde 1918 daher die rumänisch-katholische als nationale Kirche vom rumänischen Königreich, in dem die rumänisch-orthodoxe Kirche ein Übergewicht hatte, mit gleichen Rechten anerkannt. Sie zählte an die 2 Mio. Mitglieder. Unter den Kommunisten wurde 1948 die mit Rom unierte Kirche aufgehoben, die Güter konfisziert und der rumänisch-orthodoxen Kirche übergeben, nachdem Staatspräsident Gheorghiu Dej eine Scheinsynode abhalten ließ, die den Beschluss der Vereinigung mit der orthodoxen Kirche fasste. Der Klerus wehrte sich dagegen und büßte mit schlimmen Verfolgungen. Ein Großteil der Bischöfe verstarb im Gefängnis. Einzig Juliu Hossu überlebte diese Zeit. Er wurde todkrank 1964 in den Hausarrest entlassen und starb 1970.

Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges 1989/90 nützten viele rumänisch-katholische Familien, aber auch Priester, die seit Jahrzehnten unter der zwangsweisen Eingliederung in die orthodoxe Kirche gelitten hatten, die Gelegenheit, um sich in Rumänien wieder in Diözesen und Kirchengemeinden zu organisieren, was von Papst Johannes Paul II. schon im März 1990 bestätigt wurde. Man begann ab 1992, auch in der Diaspora Gemeinden aufzubauen. Die pastorale Struktur wurde rasch wiederhergestellt, drei Seminare gegründet und über Verbindungen in den Westen der Kirche eine positive Perspektive gegeben.

Geblieben ist die Frage nach der Rückgabe des Eigentums der Kirche, weil es die Orthodoxen Rumäniens anders als jene der Ukraine, die von der Entwicklung 1990 noch mehr überrascht wurden, verstanden, mit Hilfe staatlicher Behörden in vielen Fällen den Besitz von 1948 zu verteidigen. Das gelang ihnen umso leichter, als die unierte Kirche aus dem Untergrund heraus nicht mehr dieselbe Stärke in Zahlen entfalten konnte wie in der ersten Hälfte des 20. Jh.s. Auch darin unterscheiden sich die Verhältnisse von den ukrainischen, wo die unierte Untergrundkirche seit 1946 zum Kern des friedlichen ukrainischen Widerstandes gegen die Sowjetherrschaft geworden war.

Am 16. Dezember 2005 wurde das Erzbistum Fargas und Alba Julia, welches seinen Sitz in Blaj hat, zum Großerzbistum erhoben.


B I S T Ü M E R

Rumänien:

  1. Großerzbistum Fagaras e Alba Iulia: Eparchie Cluj-Gherla, Eparchie Lugoj, Eparchie Maramures, Bistum Oradea Mare

USA: Eparchie Saint George's in Canton