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Damian Hungs

Eremiten

 

 - Elische Wardapet: Worte der Ermahnung über die Einsiedler

 

- Cassian: Vierundzwanzig Unterredungen mit den Vätern

 

- Cassian: Von den Einrichtungen der Klöster

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Begriff des Einsiedlers stammt von Eremit oder auch Anachoret ab. Der ANACHORET stammt von dem griechischen Wort anachorese ab, welches "Auszug" bedeutet. Und wohin er auszieht, das besagt der EREMIT. Dieses Wort entstammt dem griechischen Wort eremia und besagt den Umstand. Es bedeutet nämlich Wüste.
 
Im Einsiedlerwesen gab es, wie überall, mit der Zeit eine Veränderung. Diese lag in der gesellschaftlichen Entwicklung begründet, denn jeder ist ein Kind seiner Zeit, wie auch im Räumlichen Bereich.
 
Als erstes wollen wir einen Blick nach Ägypten werfen, wo das Einsiedlerwesen seinen Ursprung hat. Hier begab sich der Einsiedler an den Rand der Wüste oder in den Bereich einer Oase. Verständlich, denn letztlich benötigte er zumindest Wasser.
 
Doch blieb der Einsiedler nicht lange alleine. Über die Jahre entwickelten sich wahre Einsiedlerkolonien. Hierbei achtete man jedoch darauf, dass man sich nicht zu sehr ins Gehege kam. Wir können aber aus den Schriften erschließen, dass sich die Einsiedler bis in Blicknähe kamen. Zumindest konnten sie sich ohne Probleme gegenseitig besuchen, was jedoch eigentlich nicht erwünscht war.
 
Jeder Einsiedler baute seine Unterkunft, das Kellion, selbst. Wenn diese nicht gerade in eine Höhle gebaut wurde, so handelte es sich um eine gewöhnliche Hütte. In Bienenkorbform und ohne Fenster, lediglich mit einem „Eingangsloch“ versehen. Erst in späterer Zeit gab es größere Behausungen. Diese waren dann von einer Mauer umgeben und hatte einen eigenen Brunnen, welcher zum trinken und bewässern des Gartens diente, welcher innerhalb der Mauer lag. Bei „Hobbyeinsiedlern“ der Nobilität entstanden Eremitagen mit mehreren Räumen. Sogar von Privatbibliotheken ist da die Rede.
 
Der normale Einsiedler baute in seinem kleinen Garten Gemüse und Salat an, denn er war stets Vegetarier. Wir können also schon in der frühen Phase von einer überschaubaren Landwirtschaft sprechen. Denn generell war die Selbstversorgung das Ziel. Was im eigenen Garten nicht erwirtschaftet wurde, dass musste gekauft werden. Hierzu flechtete man Matten, Körbe oder stellte anderes her, was auf nahen Märkten verkauft wurde. Da jeder Einsiedler für seinen eigenen Lebensunterhalt zu sorgen hatte, so war alleine hierdurch schon ein gewisser Außenkontakt gegeben. Überhaupt verlangte die Beschaffung des Lebensunterhaltes einiges an Zeit. Nicht nur die Herstellung eines Verkaufsproduktes, auch der Gang zum Markt, das Verhandeln und verkaufen, der Einkauf notwendiger Dinge und der Rückweg. Doch damit hatte der Eremit sein Kellion wieder verlassen, was er eigentlich nicht wollte.
 
Ein weiterer Außenkontakt entstand durch den Besuch der Heiligen Messe. Hierzu musste sich der Eremit nämlich an den Samstagen und Sonntagen an den nächsten Gottesdienstort begeben. In späterer Zeit konnte dies bei einigen von diesen geradezu ausufern und es wurde ein Wochenendvergnügen daraus. Man traf sich dann nämlich bereits am Vorabend und auch nach der Heiligen Messe noch einmal zu einem geselligen Austausch. Wenn es auch generell kein Fleisch gab, so sprach man hierbei dann doch auch gerne dem Weine zu.
 
Für das tägliche Leben gab es keine Ordnung, jeder machte seines. Gewöhnlich gab es aber zwei große Gebetszeiten, welche am Morgen und am Abend lagen und in welchen die Psalmen gebetet wurden. Während des Tages wurde gearbeitet und derweil gebetet, beziehungsweise die Arbeit immer wieder für das Gebet unterbrochen.
 
Nach 325, ausgelöst durch den heiligen Ammon, schlossen sich viele Eremiten zu Kolonien zusammen. Doch waren es auch die äußeren Umstände, wie Überfälle durch Beduinen, welche im 4. und 5. Jahrhundert dazu führten. Ungewollt wurde damit aus den Eremiten eine klösterliche Gemeinschaft.
 
Kellion der Spätphase.Kellion der Spätphase.