Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

www.damian-hungs.de

 

 

Auf YouTube:

Damian Hungs

 

Armenisch-Katholische Kirche

 

 

Armenisch-Katholische Kirche

 

- Geschichte

- Liturgie

- Bilder

- Filmaufnahmen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Armenisch-Katholische Kirche

Gläubige:

566.015 (davon 325.000 in Armenien)

Leitung:

 

Patriarch von Kilikien, Sitz in Beirut (Libanon)

Liste der Patriarchen

Diözesen:

 

 

 

 

 

 

 Ritus:

 Armenisch

 Sprache:

 Grabar (Alt-Armenisch)

 Kalender:

 Gregorianisch

 

- Zahlen 2013: 98 Pfarreien / 13 Bischöfe / 56 Diözesanpriester / 41 Ordenspriester / 61 Ordensmänner / 71 Ordensfrauen

 

- Geschichte -

Zwischen den europäischen Kreuzfahrern und den armenischen Adeligen (Nachararen) in Kilikien entstanden im 12. Jh. sehr enge Verbindungen, weil man gemeinsame politische Interessen und Ziele hatte. Deshalb gab es zahlreiche Mischehen, gegenseitige Besuche oder gemeinsame Feldzüge in Syrien. Die damals unter den hetumidischen Königen Kleinarmeniens beschlossene Kirchenunion dauerte immerhin von 1198 – 1375, wurde aber von Teilen des armenischen Klerus nie besonders geschätzt. Sie wurde aber durch die offizielle Anerkennung des Königtums Leons I. durch Papst Innozenz III. gewürdigt und gesichert.

König Leon hatte Katholikos Gregor VI. (1195 – 1203) von ihrer Notwendigkeit überzeugen können. Im 14. Jh. bedeutete das jedoch neben vielen Vorteilen auch eine schrittweise immer deutlicher erkennbare Latinisierung des Katho-likosates von Sis, was vom armenischen Klerus immer weniger akzeptiert wurde. Deshalb überlebte die Union der Kirchen den Untergang des armenischen Königreiches von Kilikien, das die Mameluken 1375 vernichteten, nicht lange. Der letzte König Leon VI. hatte sich nach seiner Absetzung in Paris niedergelassen. Er wurde nach seinem Tod 1393 in St. Denis begraben.

1439 wurde in Florenz diese Union erneuert (festgehalten im Dekret Exultate deo), doch blieb dieser Schritt wirkungslos, weil nach dem Niedergang des Katholikosates von Sis, dem die königliche Stütze fehlte, von den offenbar schon damals recht national denkenden armenischen Bischöfen 1441 im damals iranischen Reich der Ilchane das alte Katholikosat von Etschmiadzin erneuert und zum spirituellen Zentrum der armenischen Christenheit wurde. Das bedeutete den Beginn der Teilung der armenischen Kirche in fünf verschiedene Katholikosate, die abgesehen von jenem in Aghthamar bis heute bestehen: Etschmiadzin, Sis/Antelias, Jerusalem und Konstantinopel.

In den folgenden Jahrhunderten gab es stets katholische Missionsaktivitäten unter den Armeniern im osmanischen Reich. Daher ist die armenische Liturgie mehr von der lateinischen beeinflusst worden als etwa die koptische oder syrische. 1742 (nach anderen Quellen schon 1738) richtete Papst Benedikt XIV. nach maronitischem, melkitischem und chaldäischem Vorbild auch ein armenisch-katholisches Patriarchat im Nahen Osten ein. Patriarch wurde der ehedem orthodoxe Bischof Abraham Ardzivian, der damals schon über 70 Jahre zählte und sich als Patriarch Abraham Pierre I. nannte. Er wollte sich in der kilikischen Stadt Sis niederlassen, was jedoch die osmanischen Behörden nicht zuließen. Daher wurde um 1750 unter seinem Nachfolger Pierre II. Bzommar (in Jounieh nahe Beirut) im Libanon das Zentrum der katholischen Armenier und ist es bis heute geblieben.

Bis 1830 unterstand der katholische Patriarch dem armenisch-orthodoxen Patriarchen in Konstantinopel, weil die osmanische Verwaltung keine andere Lösung gestattete, was sich auf die katholischen Armenier im osmanischen Staat negativ auswirkte und ihren Aufschwung behinderte. Durch französischen Druck und die Entstehung des Königreiches Griechenland war jedoch eine neue Situation entstanden, wurden die Phanarioten entmachtet und alle katholischen Untertanen des Sultans den orthodoxen gleichgestellt. Damit war überraschend die rechtliche Eigenverantwortung der Katholiken erreicht, aber im Gegenzug wurde 1867 das armenisch-katholische Patriarchat auf türkischen Wunsch nach Istanbul verlegt, wo es bis 1928 blieb.

Im Ersten Weltkrieg hatten auch die katholischen Armenier zu leiden. Mehr als 30 000 Gläubige wurden ermordet. 1928 wurde daher das Patriarchat reorganisiert und wieder in den Libanon verlegt, wo seither die meisten katholischen Armenier leben.
Das einzige Kloster dieser Gemeinschaft ist Bzommar, dessen Seminar schon 1771 eröffnet wurde. Berühmt ist seine Bibliothek. Seit Papst Leo XIII. gibt es ein armenisches Seminar in Rom. Berühmt, aber mit dem Patriarchat nicht zu verwechseln, sind die armenisch-katholischen Mechitharisten mit ihren vier Klöstern in Venedig, Wien, Beirut und Aleppo, deren Tradition 1701 von Mechithar von Sebaste begründet und später in den Benediktinerorden integriert worden ist. Sie waren vor allem im 19. Jh. durch ihre wissenschaftlichen Aktivitäten ein wichtiges Bindeglied zwischen den orthodoxen und katholischen Armeniern und verstehen sich bis heute in diesem Sinn.

Die Zahl der Gläubigen des armenisch-katholischen Patriarchats wird auf 150 000 geschätzt. In der Republik Armenien selbst leben nur wenige armenische Katholiken (ca. 8.000), obwohl seit 1992 die Mechitharisten versucht haben, eine Gemeinschaft aufzubauen. In Gümri (dem alten Leninakan) wurde für sie eine Kirche errichtet. Für ihr spirituelles Wohl ist Bischof Nerses der Nersessian verantwortlich, der ehemalige Generalabt von San Lazzaro.

- Geschichte der Armenisch-Katholischen Kirche

 

- Patriarch -

Der Patriarch wird von der Bischofssynode gewählt und dem Papst in Rom angezeigt. Dieser gewährt ihm und damit auch der Kirche die Gemeinschaft. Jeder Patriarch nimmt den Namen Bedros (Petrus) an. So wurde aus dem gewählten Bischof Grégoire Ghabroyan, der Patriarch Grégoire Bedros XX.

 

- Orden -

Institut du Clergé Patriarcal de Bzommar

 

 

Liturgie:

Nach dem Staffelgebet steigt der Priester zum Altar und nimmt die erste Opferung vor, indem er Kelch und Patene emporhebt, verhüllt die Gabenund segnet sie.

Darauf folgt das Eingangsgebet mit dem zutreffenden Festgeheimnis, "Friede sei allen" und vier Orationen in der Mitte des Altars mit ausgebreiteten Armen. Dem schließt sich der Lobgesang des Dreimalheilig (Trisagion) an. Dann liest der Priester die Epistel aus dem Messbuch, das vangelium jedoch auf der Evangelienseite zu den Gläubigen hin aus dem Evangeliar, wobei zuvor den Gläubigen den Segen erteilt mit "Friede sei allen". Es folgt das Credo. Die Gläubigenmesse beginnt mit der zweiten Opferung und schließt mit dem Friedenskuss. In der eucharistischen Opferhandlung folgt auf die Präfation und das große Sanctusgebet sogleich die Wandlung. Anschließend die Anamnese (Herrengedächtnis), ein Akt der Demut und des Dankes, die Epiklese (Herabrufung des Heiligen Geistes) und lange Fürbitten für Papst und Bischof, Lebende und Verstorbene... und ein Gedenken der Gottesmutter und aller Heiligen. Mit dem Vaterunser beginnt das Opfermahl. Darauf folgt das Gebet der "Handauflegung", die Erhebung der Hostie und dann des Kelches mit anschließendem sakramentalem Segen mit Kelch und darüber gehaltener Hostie, was zugleiche eine Einladung zum Opfermahl ist.

Nach den Vorbereitungsgebeten kommuniziert der Priester und Gläubige. Mit dem letzten Evangelium und dem Segensgebet mit Segen endet die heilige Messe.

 

BESONDERHEITEN

- Es gibt nur ein Messformular mit einer Anaphora (Kanon). Es gibt eine vollständig stille heilige Messe und ein sehr feierliches Hochamt, bei dem bis zu sechs Diakonen dienen, mit einem bedeutend erweiterten, sonst gleichen Messformular.

- Bei einem Hochamt trägt auch der Priester zu Anfang und zum Schluss eine Kronenmitra.

- Während des Staffelgebetes wendet sich der Priester nach dem Confiteor des Ministranten zu den Gläubigen und gibt die Absolution.

- Ganz eigen ist der Aufbau nach dem Evangelium. So gehören das Credo mit einem Exorzismus der Häretiker, das Gebet um die Gaben des Heiligen Geistes Herrengedächtnis und Friedensgebet zur Messe der Katechumenen. Dagegen besteht die Messe der Gläubigen hauptsächlich aus Opferungsgebeten und einer zweiten Opferung.

- Es sind zwei Opferungen mit erhobenen Gaben: die eine zum Anfang der Messe, die zweite zu Beginn des Canons. Beide Male hält der Priester den Kelch empor, auf dem die Patene mit der Hostie liegt.

- Hostien und Kommunionausteilung wie in der lateinischen Kirche.

- Die Präfation hat den orientalischen Charakter: Nach dem paulinischen Segensspruch, "Erhebet die Herzen"... betet der Priester die Präfation still. Nur der Schlusssatz wird laut gesprochen. Auf das Sanctus folgt ein feierliches Sanctusgebet. Bei Präfation und Sanctusgebet breitet der Priester die Arme hoch aus. Bei den Worten "Cherubim und Seraphim..." hält er die Hände übereinander über dem Kelch.

- Vor der Wandlung legt der Priester die Hostie auf die linke Hand und segnet sie, breitet so die Arme etwas nach oben blickend. Sonst ist die Haltung bei der Wandlung ganz lateinisch, ausgenommen die Erhebung, welche erst nach dem Vaterunser geschieht.

- Bei Erhebung der einzelnen heiligen Gestalten ist ein Lobpreis auf die heiligste Dreifaltigkeit. Bevor der Priester den Kelch abstellt, küsst er dessen Fuss.

- Sakramentaler Segen mit darüber gehaltener Hostie.

- Die Vermischung der Gestalten ist lateinisch. Keine Berührung von Hostie und Blut.

- Nach dem feierlichen Schlussevangelium, erteilt der Priester den Schlusssegen. Dieser, wie auch der Segen bei "Friede sei allen", ist lateinisch.

- In der Kirche befinden sich zwei Vorhänge. Ein großer zwischen Kirche und Altarraum, ein kleiner, welcher nur den Altar verdeckt. Bei einem Festgottesdienst wird der große Vorhang nach dem Staffelgebet bis zum Introitus und nach der Kommunionausteilung bis zur Verlesung des Schlussevangeliums geschlossen. Der kleine Vorhang wird nur vom Brotbrechen bis zur Kommunion der Gläubigen geschlossen.

Bildergalerie