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Damian Hungs

 

Bulgarische

Griechisch-Katholische Kirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gläubige:

ca. 10.000

Leitung:

Papst

Diözesen:

 

Apostolisches Exarchat Sofia und

Apostolisches Vikariat Tracia (Türkei)

Ritus:

Byzantinisch

Sprache:

Kirchenslawisch, Bulgarisch

Kalender:

Gregorianisch

Homepage:

http://kae-bg.org/

 

- Zahlen 2013: 20 Pfarreien / 1 Bischöfe / 4 Diözesanpriester / 16 Ordenspriester / 20 Ordensmänner / 38 Ordensfrauen

 

- Geschichte -

Neben der römisch-katholischen Gruppe im Piringebiet, die ihre Entstehung der Politik der Habsburger am Beginn des 18. Jh.s verdankte und von der im 19. Jh. mehrfach behauptet wurde, dass sie in ihren Strukturen auf die mittelalterlichen Bogomilen und Paulikianer zurückging, weil sie Bräuche pflegte, die bei den orthodoxen Bulgaren in der Umgebung unbekannt waren, entstand um die Mitte des 19. Jh.s in Bulgarien neben dem röm.-kath. Bistum Plovdiv auch eine bulgarische Unionskirche, die auf die Aktivitäten von Josef Sobolsky und seinen Anhängern, vor allem des Zeitungsherausgebers Dragan Zankov, zurückging, der am 18. 12. 1860 mit Vikar Brunoni in Istanbul vereinbarte, Sobolsky zum Bischof zu weihen.

Nach dem Vorbild in Serbien, Rumänien und Griechenland entstanden nach 1850 in Bulgarien nationalistische Zirkel unter jungen Intellektuellen und Kaufleuten, denen vor allem die weitgehende Hellenisierung des orthodoxen Klerus missfiel. Sie suchten die Kontakte nach Rom, wo ihnen Papst Pius IX. über seinen Vikar Brunoni signalisierte, zur Anerkennung einer Unionskirche bereit zu sein. Am 1. 4. 1861 (Ostermontag) traf die Delegation angeführt von Josef Sobolsky in Rom ein. Es folgten die Bischofsweihe (am 14. 4.) und die Anerkennung der neuen Millet durch den westlich orientierten osmanischen Sultan Abdulmeschid I. (1839 – 1861), die von der päpstlichen Diplomatie mit Umsicht vorbereitet worden war. Als jedoch am 25. Juni desselben Jahres der erst 38jährige Sultan überraschend verstarb und durch Abdulaziz (1861-1876) ersetzt wurde, der aufgrund seiner Erziehung als Förster einen reaktionären Kurs einschlug, war Sobolskys Schicksal besiegelt. Er verschwand unter seltsamen Umständen im Juli aus Istanbul und trat einige Wochen später als Mönch in einem Kloster nahe Kiew wieder auf, ohne sich je wieder um seine katholischen Anhänger zu kümmern.

Diese mussten im folgenden Jahrzehnt allerdings nicht um den Weiterbestand ihrer Gemeinschaft fürchten, weil ihnen sowohl durch die Hilfe aus Rom, die offizielle Anerkennung durch den osmanischen Staat als auch durch ihre klare Parteinahme für die bulgarischen Nationalisten um Dragan Cankov eine beträchtliche Anerkennung und Verbreitung zuteil wurde. Sie kümmerten sich vor allem um den Bau von Schulen, Waisenhäusern und Spitälern. Kapuziner und Redemptoristen standen ihnen hilfreich zur Seite.

Die Lage änderte sich für die Katholiken erst wieder, als 1870 auf Druck Russlands der Großwesir Ali Pascha auch ein orthodoxes Exarchat errichten ließ, gegen das sich zwar der Ökumenische Patriarch noch bis 1872 zur Wehr setzte, das aber in Ilarion von Trnovo und Anthim von Vidin seine ersten Exarchen erhielt. 1878 erfuhr nach der Entstehung des neuen bulgarischen Königreiches das orthodoxe Exarchat eine deutliche Aufwertung, weil der neue Exarch Josef die Verbindung zu den Nationalisten suchte.

Die päpstlichen Diplomaten bemühten sich zwar von Istanbul aus, neben den lateinischen Gemeinden im Pirin-Gebiet auch jene der bulgarischen Unionskirche weiter zu festigen, wozu man 1883 die Vikariate Makedonien (in Saloniki) und Thrakien (in Edirne) einrichtete, doch hatte man keinen direkten Zugriff mehr.
Das Vikariat Istanbul wurde zur Apostolischen Administratur aufgewertet, der Vikar zum Erzbischof erhoben, um den Bulgaren als Gesprächspartner mit mehr Nachdruck gegenübertreten zu können. Diese Schritte verhinderten nach 1900 jedoch nicht, dass sich die Gläubigen der Unionskirche, die noch in Ostthrakien unter osmanischer Hoheit lebten, ins Königreich Bulgarien absetzten, weil sie unter osmanischer Hoheit nicht mehr sicher waren. 1926 kam es zum kuriosen Fall, dass man in Sofia ein katholisches Exarchat für die bulgarischen Untertanen des Erzbischofs von Istanbul aufbauen musste, während das seit 40 Jahren bestehende Erzbistum Istanbul wieder erlosch. Angelo Roncalli (später Papst Johannes XXIII.) war damals Pro-Nuntius in Sofia und mit der Umsetzung dieser Aufgabe betraut. 1945 bis 1990 wurde die Unionskirche zwar verfolgt, aber der orthodoxen Kirche nicht zwangsweise eingegliedert. Drei Priester kamen ins Lager Belene bei Ruse und starben dort. Der unierte Bischof Msgr. Evgeni Bosilkov wurde zum Märtyrer; weil er sich geweigert hatte, Rom den Gehorsam zu versagen. Seine Hinrichtung erfolgte am 11.11. 1952, am 15.3. 1998 wurde er selig gesprochen (Staatschef Todor Schivkov bekam 1975 bei Papst Paul VI. nur deshalb eine Privataudienz, weil der die Umstände des Todes von Bosilkov aufklärte und zugab). Die Schauprozesse des Regimes betrafen 1952 – 1954 neben den lateinischen Priestern auch die unierten. 1953 wurde der gesamte Kirchenbesitz enteignet. Fortan konnten in Bulgarien keine Priester mehr ausgebildet werden. Bis in die Siebziger Jahre ging der kommunistische Staat mit allen Katholiken Bulgariens besonders rüde um.

Mit Staunen wurde im Juni 1992 in Rom anlässlich des ersten ad-limina-Besuches der katholischen Bischöfe Bulgariens nach 50jähriger Unterbrechung vermerkt, dass neben den 50.000 lateinischen Katholiken auch wieder etwa 25.000 bulgarische Katholiken der Union von 1861 ihre Stimme vernehmen ließen, doch waren von den 200 Priestern, die 1945 ihre Gemeinden betreuten, nur 30 noch am Leben. Bischof Christo Projkov in Sofia unterstehen seither auch die neu gegründeten Konvente der Eucharistinerinnen und Karmeliterinnen.

Am 17. Dezember 1992 verabschiedete das bulgarische Parlament jenes Gesetz, das die Rückgabe des Kirchenbesitzes regelte, aber in den folgenden Jahren zum Anlass intensiver Diskussionen wurde. Die Behörden in Plovdiv, Ruse, Burgas und Svistov weigerten sich lange, dem Gesetz zu folgen.

Im Jahre 2013 zählte die Kirche 20 Pfarreien, 16 Ordenspriester und vier Diözesanpriester.