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Damian Hungs

Ruthenische

Griechisch-Katholische Kirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ruthenische Griechisch-Katholische Kirche

Gläubige:

ca. 574.000 (Ukraine: 380.000; Tschechien: 180.000; USA: 90.000)

Leitung:

Bischof von Mukacevo, Sitz in Užhorod (Ukraine)

Diözesen:

 

 

 

Ostkirchliche Bistümer

Ritus:

Byzantinisch

Sprache:

Kirchenslawisch und Landessprache

Kalender:

Julianisch

 

- Geschichte -

Man unterscheidet im 17. Jh. im ehemaligen polnischen Königreich und in Siebenbürgen drei Unionskirchen: jene der Ukrainer in den Diözesen Galiziens und Wolhyniens (die Brester Union von 1596), jene der gemischtsprachigen Bevölkerung in der heutigen Karpatho-Ukraine des Gebietes von Mukacevo (Ushoroder Union von 1646) und jene im habsburgisch gewordenen Siebenbürgen (Karlsburger Union = Alba Iulia von 1700).

Für das Zustandekommen der Uzhoroder Union war vor allem der Bischof von Eger verantwortlich, um die orthodoxen Slowaken, Ruthenen (damals die Bevölkerung im Bergland, die man heute Huzulen nennt) und Ukrainer beiderseits der Ostkarpathen nicht der Missionierung durch kalvinische ungarische Gemeinden preiszugeben, die mit Billigung der antihabsburgischen ungarischen Magnaten versuchten, im Nordosten eine neue Machtbasis für die ungarischen Nationalisten aufzubauen.

Durch die Union von Uzhorod und die folgende gründliche pastorale Betreuung der Bevölkerung, die im Interesse der habsburgischen Landesherrn lag, wurde diese Region de facto weitgehend zu einem katholischen Land. Lediglich in den Bergbaugebieten der Ostslowakei, wo Deutsche angesiedelt waren, und in den ungarischen Siedlungsgebieten lebten einige lutherische bzw. reformierte Gruppierungen. Die heutigen orthodoxen Gemeinden der Karpatho-Ukraine sind erst im 18./19. Jh. wieder gegründet worden.

Die Unierten beklagten sich ab der Mitte des 18. Jh.s daher über die schleichende Latinisierung ihrer Liturgie: ihr Bischof unterstand als Vikar dem lateinischen Diözesanbischof, ihre Priester waren den lateinischen Pfarrern als Kapläne zugeteilt. Kaiserin Maria Theresia veranlasste Papst Clemens XIV. (1770 – 1774), nach einer Lösung zu suchen, die aber erst unter Papst Pius VI. (1775 – 1799) gefunden wurde. Seither gibt es die unierte Eparchie. 1778 wurde ein eigenes Priesterseminar in Mukacevo errichtet.

1918 wurde die ruthenische unierte Kirche Teil der Tschechoslowakei. 1945 kam das gesamte Gebiet zur Sowjetunion, nur das Gebiet von Presov blieb bei der Slowakei. Die unierten Ruthenen erlitten dasselbe schwere Schicksal wie ihre ukrainischen Glaubensbrüder. Sie wurden zwangsweise der orthodoxen Kirche eingegliedert und als Kirche abgeschafft. Die CSSR agierte ähnlich. Erst 1991 konnte sich die Eparchie von Mukacevo wieder neu gründen und mit dem Aufbau der Kirche dort fortfahren, wo man 1946 unterbrochen wurde. Ohne größere Probleme erhielt die Kirche vom jungen ukrainischen Staat einen Teil ihres alten Besitzes zurück und konnte das Seminar in Uzhorod wieder eröffnen.

Die etwa 500.000 Gläubigen der ruthenischen Kirche lehnen sich seither eng an die Kirche der ukrainischen Katholiken an, vermeiden es aber nach Möglichkeit, mit ihr verwechselt oder von ihr aufgesogen zu werden. Immerhin halten die Bischöfe beider Kirchen gemeinsame Synoden ab und versuchen vor allem die Ruthenen, auf pastoralem Weg den schwierigen Schritt in die Moderne zu gehen, indem sie sich aus der ukrainischen Politik heraushalten.

Die die massiven Auswanderungsbewegungen am Beginn und um die Mitte des 20. Jh.s existiert in Übersee eine große ruthenische Gemeinde, die jedoch mehr durch ihre Vielfalt und Interessensgegensätze bekannt geworden ist, was dazu geführt hat, dass sich einzelne Gemeinden wiederholt in orthodoxe Diözesen integrieren ließen.

- Geschichte der Ruthenischen Griechisch-Katholischen Kirche