Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

www.damian-hungs.de

 

 

Auf YouTube:

Damian Hungs

 

Kommende Andlau

 

Ballei Elsass-Burgund

Bistum Straßburg

Land: Frankreich

  

I.         Geschichte

 Schon 1258 wird ein Haus des Deutschen Ordens in der Stadt erwähnt. Als im Jahre 1312 der Templerorden aufgehoben wurde[1], gelangte dessen hiesige Kommende in den Besitz des Deutschen Ordens, der hier nun selbst eine Kommende einrichtete[2]. Noch 1312 kam es zur ersten Erwähnung eines Komturs in Andlau[3]. Lebten in der kleinen Kommende 1410/11 nur ein Priesterbruder[4], so waren es 1414 immerhin zwei Priesterbrüder, wozu noch ein Gesinde von vier Personen kam[5]. Im Jahre 1312 ging die Kommende des Templerordens an den Deutschen Orden über, der hier sogleich eine eigene Kommende errichtete. Nach einer Zeit der Schenkungen und Ankäufe kam es zu einem wirtschaftlichen Niedergang, welcher in der Mitte des 14. Jahrhunderts seinen Tiefpunkt erreicht hatte[6]. Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts dem Andlauer Damenstift zum Weinzehnten verpflichtet, führte der Dreißigjährige Krieg zu einer erneuten Krise. Bereits seit einiger Zeit nur noch von einem Verwalter bewohnt, wurde die Kommende 1674 von brandenburgischen Truppen verwüstet und schließlich 1679 von König Ludwig XIV. dem Lazarusorden übergeben. Wenn der Frieden von Ryswick auch die Rückgabe der Kommende an den Deutschen Orden festlegte, so dauerte die tatsächliche Übergabe doch noch einige Jahre. Im Jahre hören wir über durchschnittliche Einnahmen von 11.000 Pfund, wohingegen das Kommendengebäude gerade einen Wert von 800 Pfund besaß. Nachdem die Ordensleitung 1727 keinen residierenden Komtur, sondern nur noch einen Schaffner in Andlau haben wollte, begannen 1741 die Bauarbeiten an der Kommende, welche jedoch aufgrund von Geldmangel bereits 1742/43 wieder unterbrochen werden mussten. Der 1752 beschlossene Weiterbau konnte erst 1773 beginnen, da es über die Baupläne und ihre Ausführung zu Streitigkeiten gekommen war. Nachdem die Kommendengebäude dann endlich 1787 fertiggestellt worden waren, kam es 1793 zur Sekularisation der Kommende, welche auch den Zehnten und die Pfarrei des Dorfes Meistatzheim besaß[7].

 

II.        Komture[8]

Heinrich von Ulm (1444)

Hans von Rinderbach (1569-1577)

Wolff Wilhelm von Meidingen (1580, 1593)

Johann Werner Hundbiss von Waltrams (1629)

Melchior Heinrich von Grandmont (1669-1671)

Johann Franz von Reinach (1679-1682)

Georg Friedrich Stürtzel von Buchheim (1688-1698)

Philipp Anton von Froberg (1723)

Wilhelm Jakob von Breitenlandenberg (1732, 1738)

Johann Baptist von Eptingen (1752)

Alexander Josef Stürtzel von Buchheim (1755)

Franz Joseph von Lerchenfeld (v. 1785)

Friedrich Heinrich von Landsberg (1791)

Anton Fidel von Hornstein (1791, 1793)

Friedrich Heinrich von Landsberg (1795, 1799, 1801)

 



[1] Pierre-Paul Faust, Kommende Andlau, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 107

[2] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 65

[3] Pierre-Paul Faust, Kommende Andlau, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 107

[4] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 65

[5] Pierre-Paul Faust, Kommende Andlau, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 107

[6] Burgen und Schlösser des Deutschen Ordens, Bad Mergentheim 1997, S. 9

[7] Pierre-Paul Faust, Kommende Andlau, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 107-109

[8] Pierre-Paul Faust, Kommende Andlau, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 109