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Damian Hungs

Armenische Liturgie

 

Beschreibung

Sakramente

Filmaufnahme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der erste Teil der armenischen Liturgie, der Vorbereitungsgottesdienst, stammt in seiner heutigen Form aus der Zeit des kilikischen Königreiches und besteht aus vier Einzelhandlungen: Das Anlegen der Gewänder, die Handwaschung und das Sündenbekenntnis des Priesters, der Aufstieg zum Altar und schließlich die Vorbereitung von Wein und Brot (Die Armenische Kirche nimmt ungesäuertes Brot und Rotwein ohne Beimischung von Wasser).

Anders als in verwandten orthodoxen Traditionen gibt es in der armenischen Liturgie keine regelrechte Ikonosthase (Bildwand zwischen Gemeinde- und Altarraum), sondern lediglich einen Vorhang, der vor dem Altarraum auf- und zugezogen wird und der eine ähnliche Funktion erfüllt.

2.- Den zweiten Hauptteil der armenischen Liturgie bildet der Wortgottesdienst, in dessen Mittelpunkt die Verkündigung Jesu steht. In Zeiten vor dem kilikischen Königreich begann der öffentliche Teil der Liturgie erst an dieser Stelle, nämlich mit folgenden Worten des Priesters: “Gesegnet sei das Reich des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit“. Sodann begegnen erneut durch die Worte des Diakons die Worte vom Liturgieanfang: “Lasst uns abermals den Herrn für Frieden anflehen“. Frieden ist die oberste Voraussetzung für das Gebet.

Vor dem Kleinen Einzug wird im Trishagion (Surp Asdwadz) die Erbarmung des gekreuzigten Gottessohnes erfleht. Es folgt eine alttestamentliche Lesung (in der Regel prophetischer Text, der das Thema Buße oder Verheißung des Erlösers zum Gegenstand hat) und daran anschließend eine neutestamentliche, namentlich entweder aus einem Apostelbrief oder über das Zeugnis Christi bzw. über die Lehre vom Kreuz. Als krönender Höhepunkt kommt der Herr in der Lesung des Evangeliums selbst zu Wort. Daraufhin bekennt sich die Gemeinde im nizänischen Glaubensbekenntnis armenischer Fassung zu ihrem Glauben. Im Anschluss daran folgte ursprünglich unmittelbar die Predigt, die aber heute entweder vor oder nach der Feier der Eucharistie gehalten wird.

3.- Im Zentrum des dritten Hauptteils der Liturgie steht das Erlösungs- und Versöhnungswerk Christi. Er wird Opfergottesdienst genannt.

In Grossen Einzug hebt der Diakon Wein und Brot hinter dem Altar empor und überreicht beides dem Priester. Währenddessen singt der Chor den Hymnus.

In Brot und Wein ist Christus, der unser Frieden ist, selbst gegenwärtig (Epheser 2, 14). Dieser Gegenwärtigkeit wird durch den vom Chor eingestimmten Hymnus “Christus ist unter uns erschienen” Ausdruck verliehen. Währenddessen wird der Friedensgruß ausgetauscht. Der Diakon kommt vom Altarraum herunter und wechselt mit einem Gemeindemitglied den Friedensgruß. Der Friedensgruß wird also anders als im Westen nicht erst vor der Kommunionsausteilung, sondern bereits vor der Darbringung des Opfers ausgetauscht.

Es beginnt jetzt der zentrale Teil der Liturgie, das eucharistische Hochgebet. Christus selbst bringt sich in der Eucharistie als Opfer dar. Was die Gemeinde darbringt, ist ein Opfer des Lobes.

Die Einleitung zum Hochgebet bildet eine trinitarische Benediktion. Dem Schöpfergott wird gedankt für seinen Heilswillen und seine Erbarmung, die durch das Erlösungswerk Jesu Christi, seines Sohnes, vollzogen wurde. Es folgt die Anamnese, in der der großen Werke der Erlösung, des Leidens, des Todes, der Auferstehung, der Himmelfahrt und Pfingsten gedacht wird. Laut gesungen werden die Einsetzungsworte und die Epiklese, mithin die Herabrufung des Heiligen Geistes. Mit der Bitte um Verleihung von Liebe, Festigkeit und um Frieden in der ganzen Welt beginnt anschließend ein ausführliches Fürbittgebet, in welchem der Heiligen, der Lebenden und der Toten der Kirche gedacht wird. Das Gebet endet mit dem “Vater Unser“. Zuvor dankt der Priester dafür, dass wir Gott als unseren Vater anrufen dürfen.

Beim darauf folgenden Inklinationsgebet beugt sich die Gemeinde in Ehrfurcht zur Erde, während Brot und Wein in der Elevation, d.h. Emporhebung, erhöht werden. Die Haltung der Verehrung und Erhöhung bezieht sich auf alle Elemente der Hl. Dreifaltigkeit. Sodann wird das Brot in drei Teile gebrochen und in den Wein getaucht. Der gewaltige Tod, der die Sünden der Welt fortgenommen hat, soll hiermit vergegenwärtigt werden. Zunächst kommuniziert der Priester, daraufhin treten die Gemeindemitglieder – die seit dem Vorabend gefastet haben – zum Altar und empfangen das Heilige Mahl in beiderlei Gestalt. Bei der Austeilung des Heiligen Mahls knien nicht die Gläubigen, sondern vielmehr der Priester.

4.- Segen und Entlassung: Im vierten und Schlussteil der Liturgie steigt der Priester nach dem Dankgebet vom Altarraum herunter und liest aus dem 1. Kapitel des Johannes – Evangeliums die Verse 1-14. Anschließend werden die Gläubigen unter den Schutz des Kreuzes befohlen, gesegnet und entlassen.

(aus: http://www.armenierberlin.de/)

 

Sakramente (Chorhurd)

 

1. Taufe und Firmung: Die Säuglinge werden in horizontaler Lage durch dreimaliges vollständiges Eintauchen getauft: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Die Firmung (mit Myron [Chrisam]) spendet der Priester im Anschluss daran. Dadurch erhält der Täufling die sofortige Zulassung zum Empfang der Eucharistie.

 

2. Buße: Die Vergebung wird durch den Priester ausgesprochen und besteht aus einer Formel, die die wichtigsten Sünden aufzählt und einen Vergebungszuspruch enthält. Die Gläubigen bereiten sich auf die Buße vor durch Fasten und Gebete.

 

3. Kommunion: Sie wird vom Altarraum aus verteilt, wobei die konsekrierte Hostie in den Wein getaucht wird. Die Hostie besteht aus einem Brot ohne Hefe und ohne jegliche Fermentierung und besitzt eine feste Konsistenz. Sie wird durch den Priester am Tag der Messe vorbereitet und gebacken. Der Priester taucht ein Stück der konsekrierten Hostie in den konsekrierten Wein und legt es auf die Zunge des Kommunizierenden.

 

4. Ehe: Sie ist bekannt als „Sakrament der Krönung“. Die Trauungszeremonie wird stets durch einen Priester vollzogen.

 

5. Weihe: Dieses Sakrament wird durch Auflegen der Hände und Gebet gespendet. Die drei wichtigsten Stufen des Weihesakraments der Armenischen Kirche sind Diakonat, Presbyterat (Priesterstand) und Episkopat.

 

6. Segnung der Kranken oder letzte Ölung: Die Feier dieses Sakraments wird am Sterbebett abgehalten. Seine wichtigsten Elemente sind das Gebet und der Empfang der Kommunion. Eine „Letzte Ölung“ im Sinne einer Krankensalbung existiert in der Armenischen Kirche nicht mehr. Nur verstorbene Geistliche erhalten vor der Beerdigung eine „Letzte Salbung“.