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Damian Hungs

Damian De Veuster

 

 Damian De Veuster 1860:

Damian De Veuster. Foto von 1860.Damian De Veuster. Foto von 1860.

Damian De Veuster. Foto von 1860.Damian De Veuster. Foto von 1860.

Kurz nach der Weihe:

Damian De Veuster. Kurz nach der Priesterweihe.Damian De Veuster. Kurz nach der Priesterweihe.

Damian De Veuster. Kurz nach der Priesterweihe.Damian De Veuster. Kurz nach der Priesterweihe.

Damian De Veuster 1873:

Damian De Veuster. Foto von 1873.Damian De Veuster. Foto von 1873.

Neu auf Molokai:

Damian De Veuster. Foto kurz nach der Ankunft auf Molokai.Damian De Veuster. Foto kurz nach der Ankunft auf Molokai.

Auf dem Sterbebett:

Damian De Veuster. Foto auf dem Sterbebett.Damian De Veuster. Foto auf dem Sterbebett.

Damian De Veuster. Foto auf dem Sterbebett.Damian De Veuster. Foto auf dem Sterbebett.

Damian De Veuster. Foto der Aufbahrung in der Philomenakirche.Damian De Veuster. Foto der Aufbahrung in der Philomenakirche.

Damian De Veuster. Foto gegen Ende seines Lebens.Damian De Veuster. Foto gegen Ende seines Lebens.

 

Jozef De Veuster - später Pater Damian - wurde am 3. Januar 1840 in Tremelo (Belgien) als siebtes von acht Kindern geboren. Statt den elterlichen Hof zu übernehmen, wie es der Vater wünschte, folgte er seinem älteren Bruder in die Kongregation der Heiligsten Herzen Jesu und Mariä, auch Picpuspatres genannt. Er trat 1859 als Laienbruder in die Missionsgemeinschaft ein, erhielt den Ordensnamen Damian und verlebte sein Noviziat in Löwen. Da er keine höhere Schule besucht hatte, war es ihm verwehrt Priester zu werden. Da er aber nicht locker ließ, so erlaubten ihm seine Oberen das Studium, wenn er Latein lernen würde. Womit keiner gerechnet hatte: innerhalb eines Jahres beherrschte er, dank der Hilfe seines Bruder - Pater Pamphilius -, die Sprache. Mitte 1860 siedelte Damian in das Mutterhaus der Kongregation nach Paris über, wo er am 7. Oktober 1860 seine ewigen Gelübde ablegte. Seit dem 25. Februar 1861 wieder in Löwen, setzte er an dier hiesigen Universität sein Studium fort. Als sein Bruder im Jahre 1863 in die Mission nach Hawaii abreisen sollte, dies aber aufgrund einer Erkrankung nicht konnte, bot sich Damian bei seinem Generalsuperior als Ersatz an. Dieser stimmte zu und informierte die Oberen in Belgien. Da diese nichts von seinem Alleingang wussten, so waren sie nicht gerade begeistert, mussten ihn jedoch ziehen lassen. Am 31. Oktober 1863 begann die Reise. Nach 150 Tagen auf See, landete er mit mehreren Mitbrüdern in Honolulu, wo er am 21. Mai 1864 durch Bischof Maigret zum Priester geweiht wurde.

In den folgenden Jahren arbeitete er in den Missionsbezirken Puna und Kohala als Missions-Pfarrer. Da die Gebiete sehr ausgedehnt waren, kam ihm hierbei seine robuste körperliche Statur sehr zupass. Zu Pferd und Fuss reiste er, stets mit allen Gottesdienstutensilien auf dem Rücken, über Berge und Vulkane, durch Täler und Flüsse. Gleichzeitig zeigte er seine handwerklichen Fähigkeiten und baute Kirchen und Kapellen. Was die Lebensumstände anging, so hatte er sich schnell der einheimischen Bevölkerung angepasst. So bestanden seine Mahlzeiten aus Poi, Fleisch und Wasser. Manchmal auch Kaffee und Brot. Auch die Sprache hatte er sehr schnell gelernt, was er als Grundlage für eine wirkungsvolle Tätigkeit erachtete.

Als er 1873 zu einer Kirchweihe auf Maui weilte, berichtete der Bischof von den Zuständen der Leprakolonie Molokai. Hierauf erklärten sich vier junge Patres, unter ihnen auch Damian, bereit sich dort abzuwechseln. Als erster von ihnen war Damian an der Reihe, derdort am 10. Mai 1873 eintraf. Die Presse machte jedoch um den neuen Helden einen solchen Wirbel, dass es nicht mehr möglich war ihn abzuziehen und es so zu keinem Wechsel mehr kam. Auch wenn er selbst nichts damit zutun hatte, so machten ihn doch seine Oberen, mit welchen er ständig irgendwelche Probleme hatte, für die verfangene Situation verantwortlich. Zu dieser Zeit lebten etwa 700 Aussätzige auf Molokai, von denen etwas mehr als 200 Katholiken waren.

Lamgsam begann er sich einzurichten. Schlief er erst noch unter einem Pandanusbaum, so baute er sich schon bald ein Haus. Auch versuchte er alle Kranken zu besuchen. Da er den Gestank jedoch nicht ertragen konnte, spendete er die Sakramente nur mit einer brennenden Pfeife im Mund. Doch mit der Zeit schwand sein Eckel, bis er schliesslich bei der Formulierung "wir Aussätzigen" angelangte. Schon sehr früh wurde die Seelsorge nur eines von vielen Tätigkeitsfeldern. Es gelang ihm über die Jahre hinweg eine Gesellschaft aufzubauen, wo vorher nur das Recht des Stärkeren herrschte. Er pflegte nicht nur die Wunden der Kranken, sondern sorgte auch für Medikamente und Kleidung, legte mit ihnen Äcker und Gärten an, ersetzte die Grashütten durch Holzhäuser, baute Kirchen und Kapellen und gründete zwei Kinderheime. In seiner Bauwut überschritt er manchmal jedoch Grenzen, welche den nicht unberechtigten Zorn seiner Oberen hervorriefen. So riss er eine neue Kirche ab, weil der geschenkte Tabernakel zu groß war, und baute eine neue um den Tabernakel herum. Als ihm die eigenen Gelder nicht mehr genügten, begann er um Spenden zu bitten. Was er nicht beabsichte, dass geschah. Es bildeten sich internationale Spendenaktionen von Freunden und Bewunderern. Seine Berühmtheit zog erneut den Zorn seines Provinzials Léonor Fouesnel  auf sich, mit dem er sich noch nie gut verstanden hatte. Auch der aus Deutschland stammende Bischof  Koeckmann, der Nachfolger Maigrets, war nicht gut auf ihn zu sprechen.

Sein Tagesablauf  war mehr oder weniger immer gleich:
5.00 Uhr     Aufstehen, Kirchgang, Morgengebet, Anbetung, Meditation
6.30 Uhr     Messe, Predigt, Danksagung, Zeit für die Gläubigen
8.00 Uhr     Frühstück, Hausarbeiten
9.00 Uhr     Verfügbar unter der Veranda für die Patienten
9.30 Uhr     Geistliche Lesung, Studium, Korrespondenz
12.00 Uhr   Mittagessen, Krankenvisiten und Besuche der übrigen Christen - einmal in der Woche in jedem Haus des Bezirks
17.00 Uhr   Vesper, Hausarbeit
18.00 Uhr   Abendessen, Rosenkranz- und Abendgebet
20.00 Uhr   Nachtruhe
Einzige Veränderung war später die Hilfe zweier Frauen, welche ihm die Hausarbeit abnahmen.

Doch es veränderte sich noch etwas bei ihm. Zunehmend machte sich in ihm das Gefühl der Einsamkeit breit. Immer wieder bat er um einen Mitbruder und sogar ausdrücklich um die Sendung seines leiblichen Bruders. Doch niemand kam und auch gelegentliche Ausflüge nach Honolulu brachten keine wirkliche Linderung. Als er dann jedoch zweimal einen Mitbruder gesandt bekam, so waren es die Problemfälle der Provinz. Sicherlich war er selbst kein einfacher Mensch, doch setzten ihm diese Mitbrüder in einem Ausmasse zu, dass er zeitweilig sogar an das Verlassen der Leprakolonie gedacht hatte. Nicht nur persönliche Differenzen, auch ständige Kompetenzstreitigkeiten. Aus dem jugendlichen Priester war ein schwermütiger Mann geworden, was sich nach dem Ausbruch der Lepra, im Jahre 1884, noch weiter verstärkte. Hatte er sich auch bereits den Ausspruch "... wir Aussätzigen..." angewöhnt, so musste er die tatsächliche Erkrankung doch ganz neu anzunehmen lernen.

In den kommenden Jahren beobachtete er genau den Fortschritt seiner Erkrankung und versuchte alles sie zu verzögern. Wie jeder seiner Kranken, so klammerte auch er sich an jeden Strohhalm. Breitete sich die Lepra bei ihm auch nur sehr langsam aus, so verschlimmerte sich sein Zustand ab mitte Februar plötzlich. Neben einer schmerzhaften Darmentzündung und einem schlimmen Husten, zeigte sich nun auch an seinen Fingergelenken ein besonders schlimmer Aussatz. Er kann kaum noch atmen, liegt nachts wach und schläft nur noch gegen Morgen ein bis zwei Stunden. Auch das Tageslicht schmerzt ihn in den Augen. Zudem kommt leidet er mehr denn je unter Einsamkeit. Die Ordensschwestern, welche auf sein Bitten hin die Betreuung der beiden Kinderheime übernommen haben, dürfen mit ihm keinen Kontakt pflegen. Einzig Abbé Conrardy und sein Helfer Jaques Sinnet sind bei ihm. Jetzt, wo ihm die Zeit davon läuft, kann er sein ungestümes Temperament kaum noch zügeln. Trotz großer Schmerzen immer noch auf den Beinen, kann er ab dem 23. März 1889 weder die hl. Messe feiern, noch das Haus verlassen. Ab dem 28. März ist er dann, von Fieber geschüttelt, an sein Bett gefesselt. Am Samstag, dem 30. März, bereitete er sich auf den Tod vor, legte eine Generalbeichte ab und erneuert seine Gelübde. Am Vormittag des 2. April spendete ihm Abbé Conrardy die Krankensalbung und brachte ihm die heilige Kommunion. Der schwierige Patient verweigerte jede Einnahme von Medikamenten, selbst als am 11. April das Fieber plötzlich gefährlich hochschnellt. Es ist der 13. April, alle Hoffnung ist verloren. Der Arzt fotografiert Pater Damian auf seinem Sterbebett. Auch er hat begriffen, dass hier ein Heiliger stirbt. Um Mitternacht kommuniziert er noch einmal und spricht von zwei Gestalten, welche an seinem Bett stehen. Eine am Kopf- und eine am Fussende. Nachdem sich Freunde und bekannte von ihm am Samstag verabschiedet haben, stirbt er am Montag (nach Palmsonntag) in den Armen Sinnet, "lächelnd wie ein Kind, das einschläft".

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