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Damian Hungs

Fusionierte Orden und Klöster

 

 

 

 Siegel des Schwertbrüderordens.Siegel des Schwertbrüderordens.

 

 

 

 

I.   Fratribus militiae Christi in Prussia

Auch als Preussische Ritter Jesu, Brüder von Dobrin oder Orden von Dobrin bezeichnet, wurde durch den preußischen Bischof Christian von Oliva begründet und sollte diesen im Kampf gegen die heidnischen Pruzzen unterstützen.

1228 durch Papst Gregor IX. bestätigt, überließ Herzog Konrad von Masowien dem Orden Burg und Stadt Dobrin, wie auch das Dobriner Land mit zwei Dörfern. Ein Gebiet von etwa 12 bis 15 Meilen. Hier für musste der Orden jedoch auch dem Herzog gegenüber seine Treue leisten und dürfte sich nicht mit seinen Gegnern verbünden. Der Bischof von Plock, in dessen Diözese der Orden lag, überließ ihm weitere Schenkungen und das Patronatsrecht über zu errichtende Kirchen.

Gemeinsam mit 14 deutschen Rittern aus Niedersachsen und Mecklenburg legte Meister Bruno die Ordensgelübde ab. Mit der Regel des Schwertbrüderordens ausgestattet, trugen Ritter und Priester einen weißen Mantel mit Ordenssymbol. Dienende Brüder oder Sarianten trugen braune, graue oder schwarze Kleidung.

Im Pruzzenkampf nicht besonders erfolgreich, zählte der Orden niemals mehr als 35 Mitglieder und höchstens 165 Mann unter Waffen. Mit dem neuen Bischof von Plock erwuchs dem jungen Orden ein neuer Gegner und sein Gönner und Mitbegründer, Bischof Christian, geriet 1233 in Gefangenschaft.

1234 entschieden sich die Ordensbrüder zu einem Anschluss an den Deutschen Orden, der dem Bischof von Plock 1235 die Zustimmung zur Fusion abrang und in der Bulle von Rieti, ebenfalls 1235, von Papst Gregor IX. bestätigen ließ.

 

II.   Fratribus militiae Christi in Livonia

Auch Schwertbrüderorden genannt, wurde er 1202 von Theoderich von Treiden begründet, der hiermit einer Initiative des Rigaer Erzbischofs Albert I. folgte.

1204 von Papst Innozenz III. bestätigt, sollte sich der Orden dem Kampf gegen die heidnischen Litauen widmen. Mit der Templerregel ausgestattet, war der Ordensmeister zum Gehorsam gegenüber dem Erzbischof von Riga verpflichtet. Intern in drei Klassen unterteilt, trugen die Ritterbrüder einen weißen Mantel mit dem Ordenssymbol, einem Schwert mit Kreuz, welches ihm auch seinen Namen einbrachte. Die Priesterbrüder trugen einen weißen Talar und die Dienenden Brüder einen braunen oder schwarzen Talar. In besten Zeiten zählte der Orden etwa 180 Ritterbrüder, zumeist aus Norddeutschland, und eine Arme von 1.600 Mann unter Waffen.

Mit seinem Hauptsitz auf der Burg Wenden, eroberte der Orden schnell ganz Livland. Entgegen einer päpstlichen Auflage konnten sie schon bald ihre Unabhängigkeit vom Erzbischof erzwingen, der ihnen 1207 zudem ein Drittel des eroberten Landes überlassen musste. Nachdem 1215 Dorpat erobert werden konnte, folgte 1227 die Insel Ösel. Als Papst Gregor IX. jedoch 1236 die Ansprüche Dänemarks auf Reval bestätigte, begann der Niedergang des Ordens. Als er 1236 dann noch die Schlacht von Schaulen verlor und in dieser der Herrenmeister, die Gebietiger und die meisten Ritter fielen, war das Ende da. Ein päpstlicher Schiedsspruch vereinigte den Restorden 1237 mit dem Deutschen Orden.

 

Herrenmeister des Schwertbrüderordens

1202 – 1209 Winno von Rohrbach

1209 – 1236 Volkwin Schenk von Winterstätten

1236 – 1237 Rutger (Kommissar)

 

III.   Hospital des Heiligen Jakobus in Andravida

Über die Klostergemeinschaft ist nichts bekannt. Da die Jakobuskirche die Grablege der Fürsten von Achaia war, scheint es sich um eine Priestergemeinschaft gehandelt zu haben. Vielleicht folgte sie der Ordensregel des heiligen Augustinus. Da sich die Gemeinschaft, welche auch Hospitäler in Megara und Macra besaß, wirtschaftlich am Rande des Ruins bewegte, fusionierte sie im Juli 1237 mit dem Deutschen Orden. Schon bald versuchte man sich wieder vom Deutschen Orden zu lösen, welches dann auch 1289 geschah.

 

IV.   Augustinerchorherrenstift San Leonardo di Siponto

Über das Stift der Augustinerchorherren ist nichts bekannt, außer seine Fusion mit dem Deutschen Orden, welche im Jahre 1240 geschah.

 

V.   Domkapitel von Kulm

Das Domkapitel wurde 1255 begründet und befolgte die Regel des heiligen Augustinus. Am 1. Februar 1264 übernahm es die Regel des Deutschen Ordens und trat diesem bei.

 

VI.   Augustinerchorherrenstift St. Anna zu Trient

Das Stift wurde 1234 begründet. Schon kurze Zeit später wurden ihm die Stifte Pergine und San Sisino unterstellt. Die Kämpfe zwischen dem Bischof von Trient und dem Grafen von Tirol zogen die Besitzungen des Stifts in solche Mitleidenschaft, dass ein Fortbestehen aus eigener Kraft nicht mehr in der Möglichkeit stand. So wurde das Stift, auf sein eigenes Bestereben hin, am 27. April 1283 dem Deutschen Orden inkorporiert.

 

VII.   Augustinerchorherrenstift Schiffenberg

Im Jahre 1129 begründet, befand sich das Stift im Jahre 1323 auf einem solchen religiösen und wirtschaftlich Tiefpunkt, dass es durch den Erzbischof von Trier dem Deutschen Orden fusioniert wurde.

 

VIII.   Domkapitel von Riga

Im Jahre 1209 als Kapitel der Augustiner Chorherren begründet, wechselte es 1209 in den Orden der Prämonstratenser und wurde schließlich 1373 wieder zu einem Kapitel der Augustiner Chorherren, was mit päpstlicher Genehmigung geschah. Am 10. März 1394 wurde das Domkapitel durch Papst Bonifaz IX. unter die Regel des Deutschen Ordens gestellt und seine zukünftigen Mitglieder der Postulation oder Genehmigung des Landmeisters von Livland unterworfen. Auch gestand der Papst dem Landmeister das Visitationsrecht zu. Im Jahre 1426 wandelte Papst Martin V. das Domkapitel, auf seine Bitte hin erneut in ein Stift der Augustiner Chorherren um, womit es wieder aus dem Deutschen Orden ausschied, in welchem es stets eine Sonderstellung einnahm. Die endgültige Umsetzung geschah erst 1428. Ab 1430 sollten neue Domherren wieder dem Deutschen Orden angehören, jedoch ohne dessen Visitationsrecht. 1436 konnte das Domkapitel diese Verpflichtung wieder ablegen. Aufgrund seiner militärischen Unterlegenheit trat das Domkapitel am 6. Juli 1451 erneut dem Deutschen Orden bei. Diesem gehörte es nun, bis zu seiner Säkularisation 1566, an.