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Damian Hungs

 

Kommende Freiburg

 

Ballei Elsass-Burgund

Bistum Konstanz

Land: Gft. Freiburg, Österreich (ab 1368)

 

I.         Geschichte

Ihre erste Erwähnung findet die in der nördlichen Altstadt, auch Neuburg genannt, gelegene Kommende 1258. Graf Konrad von Freiburg schenkte der Kommende 1263  5 ½ Hofstätten vor dem Mönchstor. Seit den 1270er Jahren begann eine systematische Besitzerwerbung von Gütern in verschiedenen Ortschaften, wie auch Zehntrechten in Kirchhofen, Ambringen, Malterdingen, Mundingen, Köndringen und Endingen. 1297/98 konnte sie zudem die Vogtei über Wasenweiler erwerben, wo sie eine Burg errichtete, deren Kapelle 1446 eingeweiht wurde. Mit Niederhausen konnte sie 1701 eine weitere Dorfherrschaft erwerben, zu welchem 1716 noch 2/3 der Dorfherrschaft Merdingen kamen[1]. Als der Orden um 1300 große Finanzmittel für die Landgewinnung in Preußen benötigte und hierfür die einzelnen Kommenden zur Kasse gebeten wurden, musste die Kommende Freiburg zur Auflagenerfüllung einzelne Besitzungen verkaufen. Wenn auch die wirtschaftliche Situation im 14. Jahrhundert oft angespannt war[2], so gelang es ihr doch in der Mitte des 14. Jahrhunderts die Pfarreien Buchheim, Ballrechten, Merdingen, Denzlingen, Oberhausen zu erwerben, wozu im 15. Jahrhundert noch die Pfarreien Herdern, Oberglottertal und Pfaffenweiler kamen. Insgesamt stieg die Zahl der Kommendeneigenen Pfarreien auf 18 an[3]. Gehörten dem Kommendenkonvent im späten 14. Jahrhundert fünf Ordensbrüder an[4], 1410/11 waren es drei Priester- und zwei Ritterbrüder[5], so lebten 1414 je drei Ritter- und Priesterbrüder, wie auch elf Knechte und Mägde im Haus[6]. 150 Jahre später waren es nur noch drei Ritterbrüder und ein Priesterbruder[7]. Im Jahre 1414 erwirtschaftete die Kommende ein Reineinkommen von 2.226 Gulden[8], musste jedoch 1457 für 2.250 Gulden Haldern verkaufen, um ihren Zahlungen an den Hochmeister nachkommen zu können. Das Verhältnis zur Stadt Freiburg war immer wieder von Spannungen geprägt. So zerstörte die Bürgerschaft 1292 die Kommende und vertrieb ihre Bewohner, nachdem der Komtur zwei Bürger hatte blenden lassen und damit eindeutig in die Rechte der Stadt eingriff. Es war wohl König Adolf von Nassau zu verdanken, dass die Bürgerschaft die Kommende erneut aufbauen und einen empfindlichen Schadensersatz an die Kommende zahlen musste. Seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert verschuldet, kam es diesbezüglich 1391 und 1427 zu Vergleichsverträgen mit der Stadt, deren Bürgerrecht die Kommende bereits im 13. Jahrhundert angenommen hatte. Hierdurch zwar gegenüber der Stadt steuerpflichtig, ermöglichte ihr dies jedoch einen größeren wirtschaftlichen Handlungsspielraum. Weitere Verträge, die im 15. und 16. Jahrhundert geschlossen wurden, regelten die Zollbestimmungen, welche der Kommende umfangreiche Wareneinfuhren für den Eigenbedarf ermöglichten, klärten das Recht für den Wassergebrauch und das Asylrecht der Kommende[9]. Als die Bauern im Attental 1566 den Heuzehnten verweigerten, ließ die Kommende deren Kirche schließen und belegte sie mit dem kleinen Kirchenbann. 1564 reiste der Komtur des Hauses innerhalb einer Gesandtschaft an den Zarenhof in Moskau, wo man ohne Erfolg mit Iwan dem Schrecklichen über die Freilassung des Landkomturs von Livland verhandelte[10]. 1677 hatten die Franzosen Freiburg erobert. Sie bauten die Befestigungsanlagen aus, wobei das Stadtgebiet der Neuburg und damit auch die Kommende niedergerissen wurden. Zwar konnte die Kommende in ihre alten Rechte wieder eingesetzt werden und erwarb 1684 ein Bürgerhaus, doch wurde sie 1685/86 erneut dem Deutschen Orden entzogen und dem Lazarusorden übergeben. Erst nach einem langen Rechtsstreit gelangte die Kommende 1693/95 wieder an den Deutschen Orden. 1714 kam es zu einem letzten Vertrag mit der Stadt, welcher die Rechtsstellung der Bediensteten und Untertanen der Kommende, wie auch den Erwerb von Grundstücken innerhalb der Stadt regelte. Voraussetzung für die günstigen Vertragsbedingungen war hierbei ein Darlehen von 50.000 Gulden von der Kommende an die Stadt, die wieder einmal unter französischer Belagerung zu leiden hatte[11]. 1744 belagerten die Franzosen Freiburg erneut. Hierbei kam es zu Schäden am Kommendengebäude, welche kaum noch zu reparieren waren und den Plan eines Neubaus erwachen ließen[12]. Gegen den Willen des Komturs setzte Landkomtur Christian Moritz von Königsegg einen repräsentativen Neubau durch, der zwischen 1768 und 1774 die Kommende in ein Stadtpalais verwandelte. 1806 wurde die Kommende, deren Vermögen auf 700.000 Gulden geschätzt wurde, und deren Überschüsse bei etwa 12.000 Gulden im Jahr lagen, durch das Großherzogtum Württemberg säkularisiert[13]. Zu diesem Zeitpunkt besaß sie drei Ortsherrschaften, um welche sich im 18. Jahrhundert fürsorglich bemüht wurde, wie auch elf inkorporierte Pfarreien und Güter in 47 Orten[14].

 

II.        Komture[15]

Konrad von Fischerbach (1263)

Rudolf (1272)

Rudolf von Iberg (1275)

Reinlohe von Stotzheim (1280)

Ulrich von Klingen (1280-1283)

Egelwart von Sulz (1290-1294)

Bertold von Gebzenstein (1295)

Friedrich von Staufen (1298-1299)

Rudolf Küchlin (1299, 1300)

Werner von Hornberg (1304, 1308)

Johannes von Falkenstein (1318)

Heinrich von Biengen (1331)

Hartmann von Ballwil (1333, 1340, 1344)

Ulrich von Dettingen (1347-1350)

Ulrich von Dettingen (1354-1359)

Ulrich von Rostolzdorf (1370)

Johann von Ketze (1393)

Stephan Stroeibi (1395)

Berengar von Weiler (1442-1456)

Wilhelm von Halfingen (1460-1462)

Ulrich von Windegg (1481-1502)

Wilhelm von Weyger (1516-1520)

Ulrich zum Wyger (1516)

Hans Heinrich von Altensumerau (1532-1536)

Hans Werner von Reischach (1537)

Wolfgang von Hohenegg (1548)

Diepold vom Ramschwag (1556-1558)

Hans Ludwig von Habsperg (1558-1560)

Wolfgang von Hohenegg (1560)

Diepold vom Ramschwag (1564-1569)

Wolfgang von Hohenegg (1569)

Georg von Angeloch (1569-1570)

Hugo Dietrich von Hohenlandenberg (1574)

Georg von Gemmingen (1580)

Christoph Thumb von Neuburg (1584-1593)

Hans Heinrich von Schinen und Strotzburg (1603)

Johann Kaspar von Stadion (1604-1609)

Conrad von Laubenberg (1622)

Heinrich Schenk von Castell (1625-1630)

Hans Christoph von Ramstein (1638)

Johann Hartmann von Roggenbach (1654-1660)

Johann Friedrich von Baden (1660-1666)

Georg Christoph Rinck von Baldenstein (1671-1675)

Franz Benedikt von Baden (1679-1684)

Johann Reinhard Gold von Lampoding (vor 1688, Statthalter)

Johann Reinhard Gold von Lampoding (1689-1709)

Georg Balthasar von Weitersheim (1709)

Georg Friedrich Stürtzel von Buchheim (1716-1721)

Johann Sebastian von Altensumerau (um 1724)

Reinhard Ignaz von Schönau (1729-1731)

Johann Franz von Schönau (1732-1736)

Philipp Friedrich von Baden (1736-1745)

Ferdinand Alexander von Bernhausen (1746)

Wilhelm Jakob von Breitenlandenberg (1751-1755)

Beat Konrad Reutner von Weil (1756-1758)

Anton Sigmund von Rotberg (1759)

Anton Fidel von Hornstein (1795-1806)



[1] http://www.kloester-bw.de/klostertexte.php?kreis=&bistum=&alle=1&ungeteilt=&art=&orden=Deutscher Orden&orte=&buchstabe=&nr=334&thema=Geschichte (15.12.2009)

[2] Hermann Brommer, Die Kommende Freiburg ab 1300, in: 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 198

[3] http://www.kloester-bw.de/klostertexte.php?kreis=&bistum=&alle=1&ungeteilt=&art=&orden=Deutscher Orden&orte=&buchstabe=&nr=334&thema=Geschichte (15.12.2009)

[4] Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 103

[5] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 65

[6] Hermann Brommer, Die Kommende Freiburg ab 1300, in: 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 199

[7] http://www.kloester-bw.de/klostertexte.php?kreis=&bistum=&alle=1&ungeteilt=&art=&orden=Deutscher Orden&orte=&buchstabe=&nr=334&thema=Geschichte (15.12.2009)

[8] Peter Heim, Die Deutschordenskommende Beuggen und die Anfänge der Ballei Elsass-Burgund, Bad Godesberg 1977, S. 103

[9] http://www.kloester-bw.de/klostertexte.php?kreis=&bistum=&alle=1&ungeteilt=&art=&orden=Deutscher Orden&orte=&buchstabe=&nr=334&thema=Geschichte (15.12.2009)

[10] Hermann Brommer, Die Kommende Freiburg ab 1300, in: 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 199

[11] http://www.kloester-bw.de/klostertexte.php?kreis=&bistum=&alle=1&ungeteilt=&art=&orden=Deutscher Orden&orte=&buchstabe=&nr=334&thema=Geschichte (15.12.2009)

[12] Hermann Brommer, Die Kommende Freiburg ab 1300, in: 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 201

[13] http://www.kloester-bw.de/klostertexte.php?kreis=&bistum=&alle=1&ungeteilt=&art=&orden=Deutscher Orden&orte=&buchstabe=&nr=334&thema=Geschichte (15.12.2009)

[14] Hermann Brommer, Die Kommende Freiburg ab 1300, in: 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 204

[15] Hermann Brommer, Die Kommende Freiburg ab 1300, in: 800 Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 205-206