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Damian Hungs

Kommende Bern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

KOMMENDE  BERN

Ballei Elsass-Burgund

Bistum Lausanne

Land: Reichsstadt Bern, Eidgenossenschaft (1353)

 

I. Geschichte

Die Stadt Bern besaß ursprünglich keine eigene Pfarrei, sondern gehörte der dem Deutschen Orden inkorporierten Pfarrei St. Peter und Paul in Köniz an, welcher 1253 nachweißlich in Bern einen Kuraten unterhielt. 1267 wurde die Filialkirche[1] St. Vinzenz von der Pfarrei Köniz abgetrennt und 1276 zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben[2]. Zeitgleich (1267) wurde die Hausgemeinschaft in Bern, welche bis dahin eine Filiale von Köniz bildete, zu einer eigenen Kommende erhoben, welcher auch die inkorporierten Pfarreien Überstorf und Bösingen zugewiesen wurden. Nachdem 1280 mit dem Bau einer großen Pfarrkirche begonnen wurde, kamen im 14. und 15. Jahrhundert noch neu weitere Kirchensätze hinzu. In Bern selbst besaß die Kommende noch vier weitere Kapellen. Seit 1255 siedelten zudem die Franziskaner in der Stadt, welchen die Dominikaner folgten. Hierdurch verlor die Pfarrkirche nicht nur ihr Alleinstellungsmerkmal, sondern es kam auch zu jahrelangen Auseinandersetzungen, welche schließlich per Vertrag geregelt werden konnten[3]. Eine Besonderheit waren die Verflechtungen der drei Beginenhäuser in der Stadt. So wurde das 1301 erstmals genannte Schwestern am Pfarrhof 1342 in ein kontemplatives Schwesternkonvent des Deutschen Ordens umgewandelt. Die beiden anderen Konvente, auch aus dieser Zeit stammend, gehörten ebenfalls dem Deutschen Orden an verrichteten aber den Krankendienst im städtischen Spital[4]. Zwischen 1406 und 1408 kam es zu einem Um- und Erweiterungsbau der Kommende. Da an der Stelle der Kommende eine Münsterkirche errichtet werden sollte, stimmte der Bischof am 14. Oktober 1426 dem Abbruch der Kommende zu, welche ihren Neubau zwischen 1427 und 1430[5] an der Westseite des Münsters fand[6]. Seit 1485 war die Kommende der Sitz des Domherrenstiftes[7], wofür die Stadt der Kommende 1484 die Kirchenrechte abgekauft hatte[8]. Lebten hier 1410/11 sieben Priesterbrüder[9], so zählte die Priesterkommende auch 1451 sieben Priester- und zwei weitere Ordensbrüder[10]. Der Komtur, welcher stets der Pfarrer war, nannte sich gewöhnlich „Plebanus“ und nicht Komtur[11]. Bis etwa 1400 tritt er auch regelmäßig in den Urkunden der Stadt auf, was für ein gutes Miteinander spricht[12]. In der Mittes des 15. Jahrhunderts gab es offensichtlich Probleme mit der Stellenbesetzung. So konnte man 1466 keinen Priester mit der Pfarrei beauftragen[13]. 1479 drohte der Stadtmagistrat dem Orden erstmals mit dem Entzug der Seelsorge in Bern, was er 1486 damit begründete, dass die Zahl der Priesterbrüder nicht den Vereinbarungen entspreche. Auch forderte man den Ersatz der Deutschordensliturgie, gegen die Liturgie des Bistums Lausanne. Im Winter 1484/85 errichtete die Stadt in der Pfarrkirche, mit der Unterstützung von Papst Innozenz VIII., ein weltliches Kollegiatstift. Doch scheinen die anwesenden Priesterbrüder ihren Dienst gut versehen zu haben, denn man musste sie am 3. März 1485, während des Chorgebetes, aus der Kirche vertreiben. Kurz darauf traten sieben der Priesterbrüder der Kommende aus dem Deutschen Orden aus und wurden in das neue Kollegiatstift aufgenommen. Nachdem es 1492 zu einer ersten Entschädigung in Höhe von 3.400 Gulden kam[14], konnte der Orden 1554 in einem Vergleich sein Haus wieder erlangen, doch wurde es zukünftig nur noch durch einen Schaffner verwaltet[15]. Dem hiesigen Komtur unterstand auch der Schwesternkonvent in Bern[16].

 

II.        Komture[17]

Rudolf von Dachs (1271)

Volpert (1273-1277)

Heinrich von Blansingen (1279)

Heinrich von Bergheim (1285-1286)

Ber(told?) (1288)

Trutmann von Strassburg (1293-1297)

Eberhard (1298)

Engelward Vilmeder (1308-1315)

Rudolf von Schaffhausen (1316-1317)

Heinrich von Eggersbach (1318-1319)

Heinrich von Reinach (1320-1324)

Heinrich von Mülhausen (1325-1329)

Theobald Baselwind (1329-1360)

Günther von Strassburg (1361-1364)

Konrad von Rieder (1365)

Friedrich von Ebersberg (1365-1372)

Günther von Strassburg (1373-1374)

Konrad von Mülhausen (1374-1382)

Johann Gruber (1383-1385)

Johann von Hofen (1385)

Johann Gruber (1386-1390)

Johann Böcklin (1392)

Johann Gruber (1393-1411)

Johannes Scherrer (1412-1417)

Johann Gruber (1417)

Johannes Scherrer  (1418)

Johannes von Thun (1418-1427)

Johannes Schweizer (1427)

Johannes von Thun (1430)

Rudolf Grütsch (1431-1436)

Hans von Neuhausen (1442-1444)

Johannes Stang (1448-1456)

Peter Schopfer (1461)

Bernhard Schmidli (1467-1482)

Johannes Bachmann (1484)



[1] Armand Baeriswyl, Kommende Bern, Brüder, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 124

[2] https://www.bernermuenster.ch/de/berner-muenster/muensterbau/geschichte.php (17.02.2019)

[3] Armand Baeriswyl, Kommende Bern, Brüder, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 124-125

[4] Armand Baeriswyl, Kommende Bern, Brüder, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 126

[5] Die Deutschordens-Ballei Elsass-Burgund, Bad Mergentheim 1990, S. 24

[6] https://www.bernermuenster.ch/de/berner-muenster/muensterbau/geschichte.php (17.02.2019)

[7] Die Deutschordens-Ballei Elsass-Burgund, Bad Mergentheim 1990, S. 24-25

[8] http://www.bernermuenster.ch/sites/bm/bm_muenster_geschichte.php (20. April 2010)

[9] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil I, Marburg 2002, S. 65

[10] Marian Biskup, Visitationen im Deutschen Orden im Mittelalter. Teil II, Marburg 2004, S. 130

[11] Armand Baeriswyl, Kommende Bern, Brüder, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 129

[12] Armand Baeriswyl, Kommende Bern, Brüder, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 132

[13] Armand Baeriswyl, Kommende Bern, Brüder, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 126

[14] Armand Baeriswyl, Kommende Bern, Brüder, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 135-136

[15] https://www.koeniz.ch/wohnen/gemeindeportraet/geschichte.page/148 (17.02.2019)

[16] Marian Tumler, Der Deutsche Orden im Werden, Wachsen und Wirken bis 1400 mit einem Abriß der

Geschichte des Ordens von 1400 bis zur neuesten Zeit, Wien 1955, S. 387

[17] Armand Baeriswyl, Kommende Bern, Brüder, in: 800Jahre Deutscher Orden an Ober-, Hochrhein und in der Schweiz, Selbstverlag der Komturei „Am Oberrhein“ des Deutschen Ordens 2021, S. 146

 

 
Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/83/Merian,_Bern,_Reuental.jpg/300px-Merian,_Bern,_Reuental.jpg (25.12.2014)Quelle: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/8/83/Merian,_Bern,_Reuental.jpg/300px-Merian,_Bern,_Reuental.jpg (25.12.2014)